Vitamin-K-Mangel und Corona

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Berlin - Patienten, die mit gewissen Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen minderversorgt sind, gelten als momentan noch unterschätzte Risikogruppe bei Sars-CoV-2-Infektionen. Die Europäische Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel hat einen Leitfaden für das Ernährungsmanagement von Personen mit Covid-19 veröffentlicht. Darüber hinaus informiert die Fachgesellschaft auch über mögliche Risiken einer Mangelernährung. Neueste Erkenntnisse rücken hier insbesondere Vitamin K in den Fokus.

Der Großteil der Patienten, die einen schweren Covid-19-Verlauf erleiden, wird intensivmedizinisch betreut. Meist handelt es sich um ältere oder multimorbide Patienten. Der Aufenthalt auf der Intensivstation ist zusammen mit den Begleiterkrankungen und dem hohen Lebensalter häufig mit einem hohen Risiko für Unterernährung verbunden. Unter- oder Mangelernährung stellt immer einen relevanten Risikofaktor für eine höhere Morbidität und Mortalität bei chronischen und akuten Erkrankungen dar. Bereits nach wenigen Tagen auf der Intensivstation verlieren die Patienten einen großen Teil Muskelmasse. Dieser Verlust schwächt den Organismus allgemein, die Lebensqualität sinkt, die Morbidität steigt. Nicht nur ein längerer stationärer Aufenthalt, sondern auch viele chronische Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können das Risiko von Unterernährung steigern.

Die Europäische Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel (Espen) empfiehlt daher eine routinemäßige Untersuchung des Ernährungszustandes bei intensivmedizinisch betreuten Corona-Patienten. Präzise Leitlinien sollen die Umsetzung eines adäquaten Ernährungsmanagements erleichtern. Für eine Mangelernährung aufgrund einer langen intensivmedizinischen Betreuung kommen folgende Gründe infrage: verminderte Mobilität, katabolische Veränderungen, insbesondere im Skelettmuskel, andere Veränderungen beim Abbau von Stoffwechselprodukten sowie eine verminderte Nahrungsaufnahme. Die unzureichende Zufuhr an Lebensmitteln verschlimmert sich tendenziell bei älteren Patienten. Eine künstliche Beatmung ohne adäquate Nährstoffsupplementierung führt auf Dauer ebenfalls zu einer Mangelernährung.

Screening bei Tendenz zum schweren Verlauf

Patienten, deren Infektionen mit mittelschweren Symptomen einhergehen, sollten routinemäßig auf ihren Ernährungszustand geprüft werden. Ein Screening bei allen mittelschweren und schweren Verläufen kann laut Fachgesellschaft die Langzeitprognose verbessern. Die Prüfung sollte die sogenannten MUST-Kriterien umfassen. MUST steht für „Malnutrition Universal Screening Tool“. Folgende Punkte werden berücksichtigt: der aktuelle Body-Mass Index, der Gewichtsverlust der letzten drei bis sechs Monate und die aktuelle Art der Erkrankung. In der Summe ergibt sich das Gesamtrisiko für das Vorliegen einer Mangelernährung. Je nach erzieltem Wert (0,1,2 und >2) können weitere diagnostische Maßnahmen, wie beispielsweise ein Blutbild angeordnet werden.

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