Vitamin D gegen Corona: Was ist dran?

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In Deutschland sei der Vitamin-D-Mangel ein „Riesenthema“ – rund jeder Zweite sei unterversorgt. „Das ist ein großes Problem“, meint Pilz. Vor allem für Frauen im gebärfähigen Alter sei eine Einnahme absolut sinnvoll, damit im Falle einer Schwangerschaft die Spiegel ausreichend hoch sind. Denn ausreichend hohe Konzentrationen erhalte man nicht von heute auf morgen. Eine Kontrolle des Vitamin-D-Spiegels solle außerdem nicht zu früh erfolgen: „Frühestens zwei Monate nach Beginn der Einnahme ist das sinnvoll.“

Dabei sei auch das Thema Vitamin-D-Messung an sich ein großes Feld. „Es gibt wirklich große Unterschiede je nach Labor.“ Wichtig sei daher, nur bei einem geprüften Labor testen zu lassen. „Ermittelt wird dann das sogenannte 25-Hydroxy-Vitamin-D, weil es den Spiegel am besten anzeigt“, erklärt Pilz. „Das ist die Substanz, die in der Leber aus der Vorstufe entsteht.“ Bei bestimmten Patientengruppen sei eine regelmäßige Ermittlung des Vitamin-D-Spiegels sinnvoll, beispielsweise bei Osteoporose, Niereninsuffizienz oder Übergewicht, außerdem in der Schwangerschaft und während der Stillzeit. „Personen mit einem nachgewiesenen Mangel sollten zudem regelmäßig kontrolliert werden.“

Vitamin D & Covid-19

Seit der Pandemie ist Vitamin D auch in Bezug auf Covid-19 in den Fokus gerückt. „Es war schon vorher bekannt, dass eine Vitamin-D-Supplementierung Atemwegsinfekte reduzieren kann“, erklärt der Endokrinologe. Ein gewisser prophylaktischer Effekt sei somit auch bei Sars-CoV-2 zu erwarten. „Das Nutzen-Risiko-Verhältnis ist – im Vergleich zu anderen Substanzen, die grade getestet werden – sehr gut.“ Außerdem sei die Einnahme nebenwirkungsarm und günstig. „Wir wissen, dass Personen mit einem Mangel oft schwerere Verläufe aufweisen.

Da Vitamin D modulierend auf das Immunsystem wirkt, könne es möglicherweise die bei Covid-19 auftretende, überschießende Reaktion beeinflussen. Dennoch sieht der Experte den Einsatz als Behandlungsoption eher skeptisch. „Bei einer Erkrankung mit hochdosiertem Vitamin D zu behandeln, könnte zwar helfen, aber wir wissen einfach noch zu wenig – in solch hohen Dosierungen ist die Verabreichung nicht mehr nebenwirkungsfrei.“ Für alle, die Sorge vor einer Covid-Erkrankung haben, könne die präventive Einnahme jedoch eine gute Möglichkeit sein. „Jeder, der einen Vitamin-D-Mangel vermeiden will, soll sich entweder zuerst testen lassen, oder kann Vitamin D auch prophylaktisch einnehmen“, meint Pilz.

 

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