Spermidin: Futter fürs Gehirn

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Berlin - Mit zunehmendem Alter lässt die Leistung des Gehirns nach. Dieser Alterungsprozess ist normal und vollkommen natürlich. Forscher:innen aus Graz, Berlin und Innsbruck konnten nun zeigen, dass die natürliche Substanz Spermidin diesen schleichenden Prozess günstig beeinflussen kann: Neben einem verbesserten Denkvermögen war eine Spermidin-reiche Nahrung außerdem mit einer stärkeren Gedächtnisleistung verknüpft.

Das Alter eines Menschen macht sich nicht nur an seiner körperlichen Verfassung bemerkbar. Neben typischen Beschwerden des Bewegungsapparates kommen oft auch kognitive Einschränkungen hinzu, die sich beispielsweise durch Vergesslichkeit bemerkbar machen. Dabei ist es völlig normal, dass auch das Gehirn altert und seine Leistung entsprechend abnimmt, wie mittlerweile wissenschaftlich belegt ist. Die genauen Hintergründe und molekularen Mechanismen sind jedoch weiterhin zu großen Teilen ungeklärt.

Ein wesentliches Ziel der Forschung ist es daher, diesen Alterungsprozess zu verstehen und mit geeigneten Maßnahmen zu verlangsamen, um präventive – aber auch therapeutische – Konzepte zu entwickeln. Forscher:innen der Universität Graz, der Freien Universität Berlin und der Medizinischen Universität Innsbruck haben sich diesbezüglich mit der Substanz Spermidin beschäftigt, welche in verschiedenen Studien vielversprechende Ergebnisse erzielen konnte. Sie ist unter anderem in Nüssen, Pilzen und Weizenkeimen enthalten und kommt auch im menschlichen Körper vor.

Das Team stellte fest, dass Mäuse und Fliegen durch eine mit Spermidin angereicherte Nahrung bessere kognitive Leistungen zeigten. „Auch im Menschen scheint eine erhöhte Spermidin-Zufuhr mit einem verbesserten Denkvermögen und einer stärkeren Gedächtnisleistung verknüpft zu sein“, erklären die Wissenschaftler:innen. Ihre Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal „Cell Reports“ veröffentlicht.

Spermidin konnte in den Untersuchungen zu einer verbesserten Funktionsweise der Mitochondrien im Hirn beitragen. Durch den hohen Energieverbrauch der Nervenzellen sind Mitochondrien dort von besonderer Bedeutung: „Funktionieren sie besser, kann das zu einer gesteigerten Gedächtnisleistung beitragen“, so das Team. „Dazu haben wir alten Fliegen und Mäusen Spermidin ins Futter beziehungsweise Trinkwasser gemischt. So konnte gezeigt werden, dass oral verabreichtes Spermidin das Gehirn von Mäusen erreicht und dass diese im Alter in verschiedenen Gedächtnistests besser abschneiden als Mäuse, die keine Extraportion Spermidin bekamen“, erklärt Andreas Zimmermann von der Uni Graz, Co-Erstautor der Studie.

Die neuroprotektive Wirkung sei dabei auf eine verbesserte Qualitätskontrolle der Mitochondrien im neuronalen Gewebe zurückzuführen. „Bereits in unseren vorangegangenen Arbeiten konnten wir darlegen, dass Spermidin-gefütterte Fliegen ein besseres Gedächtnis im Alter haben und dass dafür die Autophagie – ein zellulärer Reinigungsprozess – notwendig ist“, erläutert Co-Erstautor Sebastian Hofer.

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