Lyrica-Missbrauch steigt

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Berlin -

Lyrica macht weiter Schlagzeilen. In Norddeutschland warnen Ärzte und Apotheker vor gestiegenen Missbrauchszahlen von Lyrica, welches in hohen Dosen rauschhafte Zustände hervorruft.

Die Sachlage ist nicht neu. Bereits 2011 wurden erste Warnhinweise zum abhängigkeitsmachenden Potenzial von Lyrica veröffentlicht. Neben der gewünschten Wirkung gegen neuropathische Schmerzen, Epilepsie und generalisierte Angststörungen wirkt Pregabalin auch entspannend und sedierend. Dies ist nach Einschätzung der Landesärztekammer Baden-Württemberg der Auslöser für die Abhängigkeit.

Pregabalin ist ein Analogon der Gamma-Aminobuttersäure (GABA). Er bindet an eine Untereinheit spannungsabhängiger Calciumkanäle im zentralen Nervensystem und moduliert dort die Freisetzung verschiedener Neurotransmitter. Neben der entspannenden Wirkung ruft der Wirkstoff in hohen Dosen euphorische Zustände hervor.

Entzugskliniken und medizinische Notfalleinrichtungen berichteten von Patienten, die mit schweren Vergiftungen eingeliefert wurden. Patienten hatten teilweise bis zu 7500 mg Pregabalin eingenommen, mehr als das zehnfache der Tageshöchstdosis. Insbesondere heroinabhängige und Patienten in Substitutionsbehandlung zeigten häufig eine Pregabalin-Abhängigkeit.

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