Ocrelizumab: Hirninfektion statt Hoffnungsträger?

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Berlin - Der humanisierte monoklonale Antikörper Ocrelizumab hat im März die US-Zulassung erhalten und kann in Deutschland im Rahmen des Härtefallprogramms gegen Multiple Sklerose (MS) eingesetzt werden. Nun steht Ocrevus erneut auf dem Prüfstand. Hersteller Roche untersucht einen möglichen Zusammenhang zwischen Ocrelizumab und dem Auftreten einer Hirnerkrankung.

„Wir untersuchen derzeit einen Fall von progressiver multifokaler Leukenzephalopathie (PML) bei einem MS-Patienten“, meldet Roche. Der Patient wurde zuvor für drei Jahre mit Tysabri (Natalizumab, Biogen) behandelt. Die letzte Dosis erhielt der Betroffene im Februar diesen Jahres.

„Der Patient hat danach über unser Arzneimittel-Härtefallprogramm (Compassionate Use Program, CUP) in Deutschland im April 2017 die Initialdosis Ocrelizumab erhalten. Der PML-Fall wurde als 'Carry over' von Natalizumab von dem behandelnden Arzt bestätigt“, heißt es weiter. Für das Pharmaunternehmen habe die Sicherheit der Patienten oberste Priorität. Man werde alle Einzelheiten zum PML-Fall und der Vorgeschichte zusammentragen und die Ergebnisse nach Abschluss der Ermittlungen weitergeben.

Der an PML erkrankte Patient sei zudem JCV-positiv. MS-Patienten mit positivem humanen Polyomavirus-2-Marker haben zudem ein erhöhtes Risiko, an der gefährlichen Gehirninfektion zu erkranken, wenn sie mit Tysabri behandelt werden. Patienten, die länger als zwei Jahre mit Natalizumab therapiert wurden, sind besonders gefährdet.

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