Krebsmedikamente

Etoposid: Lieferengpass kann tödlich werden APOTHEKE ADHOC, 23.05.2016 13:45 Uhr

Berlin - Laut Informationen von Bristol-Myers Squibb (BMS) werden die Etoposid-haltigen Arzneimittel Etopophos und Vepesid K ab August 2016 voraussichtlich für ein Jahr nicht zur Verfügung stehen. Als Grund gibt der Hersteller Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Grundsubstanz an.

Etoposid ist ein Glycosid von Podophyllotoxin, welches aus der Wurzel des Himalaya-Maiapfels gewonnen wird. Die Pflanze unterliegt jedoch seit kurzem dem „Übereinkommen über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten freilebender Tiere und Pflanzen (CITES)“, welches die Beschaffung der Grundsubstanz deutlich schwieriger macht.

Das Medikament wird als Einzelmedikation oder in Kombination mit anderen Substanzen im Rahmen der Chemotherapie verschiedener Malignome eingesetzt, beispielsweise bei der Therapie von Keimzelltumoren des Hodens, von kleinzelligem Lungenkarzinom, von Hodgkin-Lymphomen und hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphomen sowie vom Chorionkarzinom der Frau.

Eine essentielle Rolle spielt die Substanz in der Hochdosis-Chemotherapie mit autologem Stammzellersatz und in der pädiatrischen Onkologie. Bei vielen Indikationen handelt es sich um kurative Therapieansätze, sodass nun Todesfälle drohen, die eigentlich vermeidbar wären, befürchtet die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO).
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