Infektionskrankheiten

Generika kapern Malariamarkt Patrick Hollstein, 03.11.2015 11:34 Uhr

Berlin - Wenn einer eine Reise tut – sollte er sich vorbereiten. Bevor es in tropische Länder geht, ist oft der Weg zum Arzt und in die Apotheke angesagt. Neben der Reiseapotheke stehen Impfungen und Chemoprophylaxe im Vordergrund. Unter den Malariamitteln gilt die Kombination Atovaquon/Proguanil als Standard. Hier hat sich der Generikahersteller Glenmark ein großes Stück vom Kuchen abgeschnitten.

Neben Kindern und Schwangeren zählen Urlauber ohne entsprechende Immunität zu den Hauptrisikogruppen für Malaria. Weil nach wie vor ein geeigneter Impfstoff fehlt, sind derzeit Expositions- und Chemoprophylaxe der einzige Schutz. Um die Anopheles-Mücke als Überträger vom Körper fernzuhalten, sollte helle, dicht gewebte und körperbedeckende Kleidung getragen werden; außerdem wird das Schlafen unter Moskitonetzen empfohlen. Repellentien sollten mindestens 30 Prozent Diethyltoluamid (DEET) enthalten.

Je nach Risikogebiet wird die Chemoprophylaxe oder zumindest die überbrückende Notfalltherapie mit Malariamitteln empfohlen. Vorbeugend sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Doxycyclin als Mittel der ersten Wahl. Pro Tag müssen 100 mg eingenommen werden, beginnend einen Tag vor Betreten des Malariagebiets. In Deutschland ist das Antibiotikum in dieser Indikation allerdings nicht zugelassen – und entsprechend von untergeordneter Bedeutung.

Durchgesetzt hat sich in der Prophylaxe stattdessen die Kombination aus 250 mg Atovaquon und 100 mg Proguanil. Weil die entsprechenden Präparate erst einen Tag vor der Reise einzunehmen sind, eignen sie sich auch für Last-Minute-Reisen und Kurzzeitaufenthalte in Malariagebieten. Nach dem Ende der Reise muss die Prophylaxe nur sieben Tage fortgeführt werden; bei allen anderen Alternativen sind es vier Wochen. Zudem gibt es kostengünstige Generika auf dem Markt.

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