Malariaprophylaxe

Lariam verschwindet Patrick Hollstein, 01.03.2016 13:18 Uhr

Berlin - Unter den Malariamitteln haben sich in den vergangenen Jahren Generika mit Atovaquon/Proguanil durchgesetzt. Altoriginale wie Resochin (Chloroquin, Bayer) oder Lariam (Mefloquin, Roche) spielen kaum noch eine Rolle. Nachdem AstraZenca im vergangenen Jahr Paludrine (Proguanil) vom deutschen Markt genommen hat, streicht jetzt Roche die Segel.

Roche hat sich nach Angaben einer Sprecherin entschieden, den Vertrieb von Lariam in Deutschland einzustellen. Grund dafür sei die sinkende Nachfrage durch hohen Wettbewerb aufgrund geänderter Therapieempfehlungen. Das Präparat wird im April aus dem Vertrieb gehen, ist aber nach der Veröffentlichung des Zulassungsverzichts noch zwei Jahre verkehrsfähig. Auch der Import aus dem Ausland sei weiterhin möglich, so die Sprecherin. Patienten sollten mit ihrem Arzt über die zur Verfügung stehenden alternativen Behandlungsmöglichkeiten sprechen.

Obwohl Lariam nur einmal pro Woche eingenommen werden muss und auch bei Kindern ab 5 kg eingesetzt werden kann, spielt das Präparat nur noch eine untergeordnete Bedeutung. Hintergrund sind die Resistenzen bei Plasmodium falciparum, die vor allem aus Südostasien, aber auch aus Afrika und Südamerika gemeldet wurden. Außerdem gibt es vielfältige Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sowie psycho-vegetative Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Depression und psychotische Reaktionen. Bei der erstmaligen Einnahme soll daher mit entsprechendem Vorlauf auf Nebenwirkungen getestet werden.

AstraZeneca hatte im vergangenen Juli Paludrine aus dem Handel genommen. Der Absatz sei außerordentlich niedrig, da es mittlerweile in der Prophylaxe und Therapie von Malaria bessere Alternativen gebe, so eine Sprecherin damals.

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