Hackerangriff verursachte Defekt | APOTHEKE ADHOC
Trusopt-S

Hackerangriff verursachte Defekt

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Berlin -

Vergeblich suchen Apotheker und PTA derzeit Trusopt-S im Generalalphabet. Auch für die nächsten Monate ist keine Besserung in Sicht. Apotheken und Kunden sitzen auf dem Trocknen – und schuld ist eine Cyberattacke.

Der Engpass bei Trusopt-S (Dorzolamid, Santen) zieht sich bereits über einen längeren Zeitraum. Kunden und Apotheken sind in einer misslichen Situation, Erklärungen und Diskussionen an der Tagesordnung sowie Therapien in Gefahr. Erreicht die Apotheke Ware, ist diese sofort wieder vergriffen. Trusopt-S ist dauerhaft beim Großhandel disponiert. Regelmäßig wird nicht die gesamte vorbestellte Menge ausgeliefert.

Santen erklärt nun den Grund für den Engpass – wie auch im Oktober 2017: Es gab „im letzten Jahr einen Hackerangriff auf das Netzwerk unseres Herstellers. Dieser verursachte massive Produktionsausfälle bei Trusopt-S in den Packungsgrößen 30 x 2,2 ml und 120 x 0,2 ml“.

Die Lieferengpässe beim Produzenten konnten bislang nicht behoben werden. „Daher können wir voraussichtlich auch in den nächsten Monaten die große Anzahl der Großhandelsbestellungen nur sehr eingeschränkt bedienen“, schreibt Santen. Man werde jedoch weiterhin alles tun, um so schnell wie möglich wieder in vollem Umfang liefern zu können. Laut Liste der gemeldeten Lieferengpässe beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sollen die Einzeldosenbehältnisse ab April wieder lieferbar sein.

Einzige Alternative ist ein Umstieg auf einen Reimport oder Doro-Vision Sine von OmniVision, das seit 2016 auf dem Markt ist. Ware gibt es derzeit jedoch keine. Also bleibt den Patienten nur ein Wechsel auf die konservierten Augentropfen, was jedoch nicht in allen Fällen möglich ist.

Dorzolamid zählt zu den Glaukom-Therapeutika und kann als Zusatztherapie mit Betablockern oder als Monotherapie eingesetzt werden. Als alleinige Therapie bei erhöhtem Augeninnendruck kommt Trusopt-S in Frage, wenn Betablocker kontraindiziert sind oder die Patienten auf die Behandlung nicht angesprochen haben. Das Arzneimittel kann den Augeninnendruck bei okulärer Hypertension, Offenwinkelglaukom und Pseudoexfoliationsglaukom senken.

Betroffene träufeln im Falle einer Kombinationstherapie mit einem topischen Betablocker zweimal täglich einen Tropfen in das erkrankte Auge. Im Falle einer Monotherapie wird dreimal täglich ein Tropfen in den Bindehautsack gegeben.

Im Sommer 2017 kam es innerhalb von zwei Monaten zu massiven Angriffen mit Erpressungssoftware. Rund um den Globus kämpften Unternehemen mit den Folgen einer Cyber-Attacke. Zu den betroffenen Unternehmen zählten unter anderem der Kosmetikhersteller Beiersdorf und der US-Pharmakonzern Merck, aber auch die dänische Reederei Maersk, der größte russische Ölproduzent Rosneft, die französische Bahn SNCF und der Lebensmittel-Riese Mondelez.

Die Schadsoftware verbreitete sich nicht nur über die Windows-Sicherheitslücke, wie im Mai der Trojaner „WannaCry“, sondern fand auch einen weiteren Weg, Computer innerhalb eines Netzwerks anzustecken. Experten sahen Hinweise darauf, dass die Angreifer eher auf Chaos und nicht Profit aus waren.

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