Grippewelle lässt auf sich warten

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Berlin -

Aktuell registriert das Robert Koch-Institut (RKI) kaum Influenza-Infektionen. Seit der 40. Meldewoche wurden keine Ausbrüche mit mehr als für Influenzafällen oder Todesfällen mit Influenzavirusinfektion übermittelt. Die Zahl der RS-Virus-Infektionen ist hingegen weiterhin hoch – vor allem in der Altersgruppe der 2- bis 4-Jährigen.

Seit einem Monat stellt das RKI wieder wöchentliche Berichte zur aktuellen Grippe-Infektionslage zur Verfügung. Aktuell sind die Influenza-Infektionszahlen noch niedrig. Für die 44. Meldewoche wurden nach Infektionsschutzgesetz bislang 34 labordiagnostisch bestätigte Fälle an das RKI übermittelt (Stand: 9. November).

RS-Virus bei Kindern von 0 bis 4 Jahren

Die Zahl der SARI-Fälle (schwere akute respiratorische Infektionen) befindet sich in der Altersgruppe 0 bis 4 Jahre weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Dabei liegt meistens eine Infektion mit dem Humanen Respiratorischen Synzytial-Virus (RI-Virus) zugrunde. Im ARE-Wochenbericht (ARE = Akute respiratorische Erkrankungen) des RKI heißt es hierzu: „Die ARE-Aktivität wird in den letzten Wochen durch eine ungewöhnlich starke RSV-Zirkulation außerhalb der bisherigen typischen Zeiträume bestimmt.“ Generell sei die RS-Virus-Aktivität deutschlandweit stark erhöht.

Eine Infektion mit dem RS-Virus kann zu ausgeprägten Erkältungssymptomen führen. Schnupfen, Husten oder Halsschmerzen und Fieber gehören zu den Leitsymptomen. Die Replikation des Virus findet in den zilientragenden Epithelzellen der Atemwegsschleimhäute statt. Normalerweise heilt die Erkrankung von selbst aus.

Im Wochenbericht des RKI heißt es weiterhin: „Bei 65 Prozent der SARI-Fälle zwischen 0 und 4 Jahren wurde in der 44. KW 2021 eine RSV-Diagnose vergeben. In den Altersgruppen ab 35 Jahren ist die Zahl der SARI-Fälle leicht erhöht und auf einem ähnlichen Niveau wie in der vorherigen Saison, jedoch höher als in den Jahren vor der Covid-19-Pandemie.“

Eine spezifische Therapie bei einer RS-Virusinfektion gibt es nicht. Auch der Arzt/die Ärztin wird symptomatisch behandeln. Nur bei Sekundärinfektionen mit Bakterien wird der/die Mediziner:in ein Antibiotikum aufschreiben. Kann das erkrankte Kind nachts aufgrund einer verstopften Nase nicht schlafen, können Apotheker:innen und PTA abschwellende Nasentropfen oder -sprays empfehlen. Diese sollten nicht länger als wenige Tage angewendet werden. Hypertone Nasensprays wie Hysan Salinspray (Ursapharm, ab 1 Jahr), Rhinomer Plus (GSK, ab 3 Jahren) oder Emser Nasentropfen (Sidroga, ab dem Säuglingsalter) können auch über einen längeren Zeitraum ohne Gewöhnungseffekt gegeben werden.

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