Sterberisiko massiv erhöht

Influenza & Covid-19: Kombi-Infektionen mit schwerem Verlauf

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Berlin -

Obwohl der Fokus in den vergangenen zwei Jahren auf Covid-19 lag, ist auch die saisonale Influenza nicht verschwunden. In einigen Fällen kam es daher zu Kombi-Infektionen mit beiden Erkrankungen. Eine im Fachjournal „Lancet“ veröffentlichte Studie zeigt, dass es dabei zu wesentlich schwereren Erkrankungsverläufen mit einem doppelt so hohen Sterberisiko kommt.

Die Grippewelle ist während der Pandemie in den Hintergrund gerückt und die Erkrankungsfälle deutlich zurückgegangen. Dennoch kam es zu Ansteckungen mit der saisonalen Influenza, welche manchmal auch mit einer Covid-Infektion zusammenfielen. Es besteht das Risiko von Doppelinfektionen mit verschiedenen Erregern. Der Körper muss dabei gleich zwei Keime abwehren, wodurch es zu Komplikationen kommen kann.

Öfter beatmet, höheres Sterberisiko

Die Universität Edinburgh hat ein Register ausgewertet, in welchem Kliniken aus Großbritannien ihre Fälle von akuten Atemwegsinfektionen melden können. Insgesamt erkrankten unter mehr als 212.400 Covid-Patient:innen auch 227 gleichzeitig an einer Influenza.

Es zeigte sich, dass Patient:innen mit Kombi-Infektionen aus Covid-19 und Influenza mehr als viermal so häufig maschinell beatmet werden mussten. Außerdem war das Sterberisiko mehr als doppelt so hoch. Bei Co-Infektionen mit Adenoviren und dem RS-Virus zeigte sich hingegen kein Risiko für schwere Verläufe.

Schutzimpfungen unbedingt wahrnehmen

Das Team rät daher, die Schutzimpfungen gegen Covid-19, aber auch gegen die saisonale Influenza wahrzunehmen. Nur so könne ein bestmöglicher Schutz erreicht und das Risiko von Kombi-Infektionen reduziert werden. Vor allem mit Blick auf die fallenden Schutzmaßnahmen könnte es im kommenden Winter wieder vermehrt zu Ansteckungen kommen. Auch die Influenza-Welle könnte dann wieder an Bedeutung erlangen und zusätzlich zu Covid-19 ein Problem darstellen.

RS-Virus breitet sich aus

Im vergangenen Winter hat sich – neben Sars-CoV-2 – vor allem das RS-Virus durchgesetzt und für viele Erkrankungen unter Kindern gesorgt. RS-Viren lösen Atemwegserkrankungen aus, die in den meisten Fällen einer gängigen Erkältung gleichen. Gerade bei Kleinkindern kann es zu ausgeprägten Erkältungssymptomen kommen: Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Fieber gehören zu den Leitsymptomen. Eine spezifische Therapie bei einer RS-Virusinfektion gibt es nicht.

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