Fettleber: Adventszeit als Herausforderung | APOTHEKE ADHOC
Plätzchen, Glühwein und Gänsebraten

Fettleber: Adventszeit als Herausforderung

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Berlin -

Die Deutsche Leberstiftung teilte kürzlich mit, dass laut Schätzungen etwa 30 Prozent der Menschen in Deutschland an einem metabolischen Syndrom leiden. Hinzu kommt die Ausbildung einer Fettleber bei jedem dritten übergewichtigem Kind. Die Zahlen dieser Zivilisationskrankheit nehmen dabei stetig zu.

Die Vorweihnachtszeit lockt mit vielen Leckereien, aber gerade alkoholische Getränke und fettes Essen strapazieren die Leber. Die Schlemmereien nehmen im Verhältnis zur restlichen Zeit des Jahres deutlich zu: Schokolade, Stollen und Gänsebraten – die Leber ist im Dauerstress. Die deutsche Leberstiftung rät dabei während der Adventszeit zur Abkehr von „The same procedure as every year“.

Eine aktuelle Meldung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) belegt, dass im Jahr 2021 in Deutschland knapp 20.800 Tonnen Gänsefleisch verzehrt wurden. Das Weihnachtsfest wird immer mehr zum Fest des Essens und der mangelnden Bewegung. Auch die steigenden Kosten und die Inflation würden sich, laut einer Umfrage der Handelsplattform ebay, nicht in einem Rückgang der Weihnachtseinkäufe niederschlagen – es wird demnach auch dieses Jahr wieder viel geschlemmt.

Fettlebererkrankungen nehmen zu

Dem gegenüber steht der Aufwärtstrend der gefährlichen Fettlebererkrankungen, wie Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, bestätigt: „In Deutschland sind Übergewicht und Fettleibigkeit immer öfter die Ursache für die Entstehung und Manifestation einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung (NAFLD). In Deutschland leidet fast jeder Dritte an einer nicht-alkoholischen Fettlebererkrankung.“ In den meisten Fällen entstehe die nicht-alkoholische Fettleber auf der Basis des sogenannten metabolischen Syndroms, gefolgt von einer entzündeten Fettleber. In schweren Fällen könne sich Leberzellkrebs oder eine Leberzirrhose bilden, so Manns. Risikofaktoren seien dabei vorrangig Übergewicht und speziell das Bauchfett. Dieses viszerale Fett ist stoffwechselaktiv und sendet Botenstoffe aus, die wiederum Entzündungsvorgänge im Körper anfeuern.

Viszerales Bauchfett erhöht das Risiko an einer Fettleber zu erkranken. Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker sowie erhöhte Blutfettwerte verstärken die negative Beeinflussung. „Wenn dem Körper ständig mehr Kalorien zugeführt werden, als er verbrennen kann, wird die überschüssige Energie in Form von Fett eingelagert – nicht nur im Fettgewebe, sondern eben auch in der Leber“, so Manns.

Um die Adventszeit für die Leber entlastender zu gestalten, können laut Manns einige Ratschläge beachtet werden:

Gesunde Alternativen:

  • Fisch aus dem Ofen mit Gemüse und Reis, sei weitaus bekömmlicher als ein Gänsebraten.
  • Vorspeisen können leichte Suppen und frische Salate sein.
  • Als Dessert bieten sich Fruchtsalate oder Früchtequark an.
  • Bunte Teller überwiegend mit Orangen, Äpfeln, Mandarinen und Nüssen füllen.
  • Plätzchen können mit Vollkornmehl oder Haferflocken gebacken werden.
  • Vollmilchschokolade kann durch dunkle Schokolade ersetzt werden.

„Oft schmecken die Plätzchen mit etwas weniger Zucker auch noch süß genug. Auch wichtig ist es, sich zwischen den Mahlzeiten unbedingt zu bewegen – am besten an der frischen Luft. Das baut Stress ab und ist gerade in der kühleren, dunkleren Jahreszeit wichtig, um das Immunsystem zu stärken“, so Manns.

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