Falsche Laborergebnisse durch Biotin

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Berlin - Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert über mögliche Wechselwirkungen unter der Einnahme von Biotin und damit verbundener falscher Laborwerte. 

Laboruntersuchungen haben gezeigt, dass es bei Patienten, die biotinhaltige Produkte eingenommen haben, zu klinisch signifikant falschen Ergebnissen der Laborwerte kommen kann. Die Abweichungen können, abhängig von der jeweiligen Testmethode, falsch erhöht oder auch falsch erniedrigt angezeigt werden. Aufgrund dessen kann es zu einer verzögerten oder falschen Diagnosestellung kommen. In Anbetracht der erhöhten Anzahl an Fallberichten falscher Laborwerte im Zusammenhang mit einer Biotin-Substitution, wurde im Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakoviglanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ein Signalverfahren abgeschlossen. In diesem wurde das Risiko von Biotininterferenzen evaliert.

Ärzte und Apotheker, sowie weitere Angehöre der Gesundheitsberufe werden gebeten, in der Kommunikation mit betroffenen Patientengruppen diese Informationen weiterzugeben und auf mögliche Wechselwirkungen hinzuweisen. Zudem sollten Apotheker bei der Abgabe von biotinhaltigen Produkten ihre Patienten über das Risiko verfälschter Laborwerte informieren.

Da Biotin überwiegend über den Urin ausgeschieden wird, ist bei Patienten mit Niereninsuffizienz von einer höheren Biotin-Konzentration im Blut auszugehen. Dementsprechend ist eine Verlängerung der Halbwertszeit möglich und das Risiko für klinisch signifikante Wechselwirkungen erhöht. Besondere Aufmerksamkeit der Ärzte und Apotheker ist zudem auch bei Patienten unter einer Hochdosis-Biotin-Therapie, Neugeborenen, Kindern und schwangeren Frauen geboten.

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