Homöopathie-Hersteller fühlen sich diskriminiert

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Berlin - Die Meinungen über Homöopathika gehen weit auseinander: Während die einen die Präparate fast schon für Betrug halten, schwören andere auf die sanfte Alternative. Tatsache ist: Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen, zu denen auch Phytopharmaka und anthroposophische Mittel gehören, wirken zum Teil anders als Medikamente der Schulmedizin. Sie haben es daher schwer, wenn sie ihre Evidenz nachweisen müssen. Das ist besonders dann kritisch, wenn es um die Erstattungsfähigkeit geht.

Homöopathika sind – wie alle nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel – grundsätzlich nicht erstattungsfähig. Im Sozialgesetzbuch (SGB V) sind Sonderfälle geregelt: Demnach können in die OTC-Ausnahmeliste Präparate aufgenommen werden, „die bei der Behandlung schwerwiegender Erkrankungen als Therapiestandard gelten“.

Als Therapiestandard gilt ein Medikament laut Arzneimittelrichtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), „wenn der therapeutische Nutzen zur Behandlung der schwerwiegenden Erkrankung dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Erkenntnisse entspricht“.

Die Vorgabe sieht Mathias Hevert, Geschäftsführer von Hevert-Arzneimittel, als K.o.-Kriterium: „Meines Erachtens können homöopathische Arzneimittel nie Therapiestandard in der Schulmedizin sein, weil sie aus einem anderen Therapiesystem kommen.“ Eine sehr verbreitete und sinnvolle Therapieoption könnten sie dort jedoch darstellen. Darauf stelle Gesetzgeber aber nicht ab, sodass er aus Heverts Sicht „damit die besonderen Therapierichtungen in der Erstattung grundsätzlich diskriminiert“.

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