PUMA-Arzneimittel

Endlich Erstattungspreis für Alkindi APOTHEKE ADHOC, 31.07.2019 08:07 Uhr

Berlin - Der Streit um den Erstattungspreis von Alkindi hat ein Ende: Diurnal hat sich mit dem GKV-Spitzenverband geeinigt. Die neuen Preise werden in Kürze in die Lauer-Taxe aufgenommen.

Seit über einem halben Jahr herrschte Streit um den Erstattungspreis von Alkindi. Nun stehen die neuen Apothekenverkaufspreise (AVK) fest und werden in Kürze in die Lauer-Taxe aufgenommen: 50 Kapseln mit 0,5 mg kosten 43,22 Euro, 1 mg bei 75,47 Euro, 2 mg bei 139,94 Euro und 5 mg bei 333,38 Euro. Das Hydrocortison-Präparat erhielt Ende 2017 den sogenannten PUMA-Status (Paediatric Use Marketing Acess), also die vereinfachte Markterlaubnis für pädiatrische Nutzung.

Im November verzeichnete Diurnal zunächst einen Rückschlag: Der G-BA sah keinen Zusatznutzen. Das Gremium bemängelte die beiden vorgelegten nicht vergleichenden Studien Infacort 003 und 004, die keine Abwägung des Nutzens und des Schadens von Alkindi im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie (Hydrocortison als Rezepturarzneimittel oder Tablette) erlaubten. Auch die mündliche Anhörung hatte die Experten nicht überzeugt. Dass die derzeitige Versorgungssituation unzureichend ist, wurde nicht anerkannt. Im Mai 2018 wurde das Präparat dann schließlich als neue Darreichungsform für die Ersatztherapie bei Niereninsuffzienz eingeführt.

Die Preisverhandlungen zwischen Herstellern und Kassen waren schwierig: Zwar konnten sich beide Parteien angesichts des eindeutigen Bedarfs in der pädiatrischen Versorgung auf einen Preis oberhalb der bisherigen Vergleichstherapie einigen, doch beim konkreten Preis kamen sie auf keinen gemeinsamen Nenner. Diurnal wollte 1,32 Euro, die Kassen maximal 56 Cent pro Bezugsgröße. Nach dem die Verhandlungen gescheitert waren, rief Diurnal die Schiedsstelle an. Die sah „die Bedeutung des Arzneimittels in der Versorgung insbesondere von Neugeborenen und Kleinkindern“ bei einem Preis von 1,02 Euro angemessen wiedergegeben. Für Diurnal war auch das ein Rückschlag. Der Hersteller hatte nach der Entscheidung bekanntgegeben, man wisse noch nicht, ob das Präparat angesichts des festgelegten Preises auf dem Markt bleiben könne.

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