Dominal fehlt bis Februar

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Berlin -

Bereits seit einigen Wochen beklagen Apotheken Probleme bei der Lieferfähigkeit von Dominal und Dominal forte (Prothiprendyl). Nun gibt auch Hersteller Teva offiziell einen Lieferengpass bekannt – dieser stellt Apotheken, Arztpraxen und Patient:innen gleichermaßen vor Herausforderungen.

Prothipendyl gehört zur Wirkstoffgruppe der schwach wirksamen trizyklischen Azaphenothiazin-Neuroleptika der ersten Generation. Der Substanz werden beruhigende und schlafanstoßende, aber auch antiemetische Effekte zugeschrieben. Diese kommen durch eine Bindung an D1- und D2-Rezeptoren sowie geringfügig auch an Serotonin- 5-HT2A- Rezeptoren zustande. Weil Dopamin und Serotonin gehemmt werden, kann das gestörte Neurotransmitter-Gleichgewicht normalisiert werden. Im Vergleich zu Benzodiazepinen bleiben bei Prothipendyl die zentral dämpfenden Effekte aus. Auch in Bezug auf eine Abhängigkeitsentwicklung weist Dominal Vorteile auf, da es nicht an GABA-Rezeptoren bindet.

Anwendung findet das Neuroleptikum daher bei psychischen Erkrankungen, die mit Unruhe oder Erregungszuständen einhergehen. Indikationen sind unter anderen Angststörungen, bipolare Störungen, Schizophrenie, Psychosen und Neurosen, Depressionen aber auch Schlafstörungen.

Keine Alternativen vorhanden

Prothipendyl ist in zwei Stärken auf dem Markt: Dominal enthält 40 mg Prothipendyl, Dominal forte 80mg Prothipendyl. Aktuell sind jedoch beide Präparate nicht lieferbar. Das wird für viele Patient:innen zum Problem, denn Alternativpräparate gibt es nicht. Zwar hat Teva den Wirkstoff auch in Tropfenform auf dem Markt, diese sind jedoch aufgrund der Darreichungsform anders zu dosieren und kommen daher für viele Patient:innen nicht in Frage.

Laut Hersteller soll der Engpass noch bis Ende Februar andauern. Was der Liefersituation zugrunde liegt, gibt Teva nicht bekannt. Sobald die Restbestände in Apotheken aufgebraucht sind, bleibt daher nur die Umstellung auf einen anderen Wirkstoff. Grade bei dieser häufig problematischen Patientengruppe kann das jedoch schwierig sein und Herausforderungen mit sich bringen. Apotheken sollten rechtzeitig in den Austausch mit betroffenen Praxen gehen, um bei den Patient:innen mögliche Verunsicherung zu vermeiden.

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