Bamlanivimab/Etesevimab: Lilly zieht Antikörper-Cocktail zurück | APOTHEKE ADHOC
EMA stoppt Überprüfung

Bamlanivimab/Etesevimab: Lilly zieht Antikörper-Cocktail zurück

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Berlin -

Die Europäische Arzneimittel-Agnetur (EMA) hat das Prüfverfahren eines Covid-Medikaments des Herstellers Eli Lilly gestoppt. Das Pharmaunternehmen habe selbst das Mittel zurückgezogen, teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Es ging dabei um ein Kombinationspräparat der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab.

Die Experten der EMA hatten die Daten aus Studien des Herstellers seit März in einem beschleunigten Verfahren bewertet. Einige Fragen zur Qualität des Medikamentes hätten aber noch beantwortet werden müssen, wie die EMA mitteilte. Die Entscheidung, das Präparat zurückzuziehen, habe aber das Unternehmen selbst getroffen. Das Mittel dürfe aber auf Basis von nationalen Regeln weiter verschrieben werden, wie die EMA mitteilte.

Die EU-Kommission hatte noch im September einen Rahmenvertrag über die Anschaffung des Covid-19-Medikaments von Eli Lilly abgeschlossen. 18 Staaten wollten sich daran beteiligen. Die Frage, ob Deutschland unter den 18 teilnehmenden Ländern ist, blieb zunächst offen.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte Bamlanivimab im April die Notfallzulassung entzogen: Nach der Auswertung weiterer Daten habe sich herausgestellt, dass Virus-Varianten gegen diesen Antikörper resistent seien und der Nutzen des alleinigen Einsatzes dieses Präparats nicht mehr größer sei als mögliche Risiken. Die Zulassungen für andere, auch kombinierte Antikörper-Präparate würden aber aufrechterhalten. In den USA sind solche Präparate schon länger im Einsatz, bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA laufen derzeit Prüfverfahren. Die Experten der EMA prüfen auf verschiedenen Stufen derzeit die Daten von acht möglichen Covid-Medikamenten. Bisher ist erst ein Medikament zur Behandlung von Covid-19 in der EU zugelassen – das ist Remdesivir.

Der Einsatz von Antikörpertherapien gestaltet sich schwierig: Denn bislang dürfen sie nur in ausgewählten Krankenhäusern verabreicht werden – allerdings ist der Nutzen vor allem in einer frühen und damit ambulanten Erkrankungsphase angezeigt. Viele der bisher verabreichten Dosen waren somit eher Zufallstreffer: Die Patienten kamen eigentlich aus anderen Gründen in die Klinik – dabei wurde dann eine Covid-Infektion festgestellt und entsprechend mit den Antikörpern behandelt.

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