Weiteres Covid-Medikament für die EU

Bamlanivimab/Etesevimab: EU kauft 220.000 Behandlungen

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Berlin -

Die EU-Kommission hat einen Rahmenvertrag über die gemeinsame Anschaffung eines Covid-19-Medikaments des Pharmakonzerns Lilly abgeschlossen. Derzeit befindet sich das Präparat noch in der Zulassungsprüfung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA).

Es handele sich um die Kombination der beiden monoklonalen Antikörper Bamlanivimab und Etesevimab zur Behandlung von Covid-Patienten, die keinen Sauerstoff brauchen, bei denen jedoch die Gefahr einer schweren Erkrankung bestehe. Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. 18 EU-Staaten beteiligten sich am gemeinsamen Kauf von 220.000 Behandlungen des Medikaments teilte die Brüsseler Behörde am Dienstag mit. Die Frage, ob Deutschland unter den 18 teilnehmenden Ländern ist, blieb zunächst offen. Die EU-Kommission hat bereits Verträge für andere Medikamente abgeschlossen.

Im März hatte der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA das Rolling Review Verfahren zu den Antikörpern Bamlanivimab und Etsemivab von Lilly gestartet. Beide Antikörper sollen in Kombination zur Behandlung von Covid-19 geeignet sein. Auch Bamlanivimab allein könnte eingesetzt werden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit eine Zulassung des Antikörper-Cocktails.

Einsatz in der frühen Erkrankungsphase

Der Einsatz solcher Antikörpertherapien gestaltet sich jedoch schwierig: Denn bislang dürfen sie nur in ausgewählten Krankenhäusern verabreicht werden – allerdings ist der Nutzen vor allem in einer frühen und damit ambulanten Erkrankungsphase angezeigt. Viele der bisher verabreichten Dosen waren somit eher Zufallstreffer: Die Patienten kamen eigentlich aus anderen Gründen in die Klinik – dabei wurde dann eine Covid-Infektion festgestellt und entsprechend mit den Antikörpern behandelt.

In den USA hatte Lilly Ende 2020 die erste Notfallzulassung im Bereich Antikörpertherapien bei Covid-19 für Bamlanivimab erhalten. Ende April entzog die FDA diese jedoch wieder: Nach der Auswertung weiterer Daten habe sich herausgestellt, dass Virus-Varianten gegen diesen einzelnen Antikörper resistent seien und der Nutzen des alleinigen Einsatzes dieses Präparats nicht mehr größer sei als mögliche Risiken. Die Zulassungen für andere, auch kombinierte Antikörper-Präparate würden aber aufrechterhalten. In den USA sind solche Präparate schon länger im Einsatz.

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