ASS: Krebs-Treiber bei Senioren?

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Berlin - Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) gehört zu den Klassikern in der Apotheke. Vor einigen Jahren geriet die Substanz in den Fokus: Eine Studie hatte bei Senioren ein erhöhtes Krebswachstum ermittelt – nun gibt es neue Daten.

Eigentlich sollte die „Aspree-Studie“ eine präventive Wirkung von ASS auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen bestätigen. Die Ergebnisse der Studie waren jedoch ernüchternd. Doch damit nicht genug: Während der Studie zeigte sich außerdem ein erhöhtes Krebs- und Sterberisiko unter den ASS-Patienten. Nun wurden neue Daten im „Journal oft the National Cancer Institute“ veröffentlicht – demnach könnte ASS vor allem im fortgeschrittenen Stadium das Krebswachstum fördern.

Wenig Prävention, mehr Todesfälle

Insgesamt wurden im Rahmen der „Aspree-Studie“ mehr als 19.000 Menschen über 70 Jahren auf 100 mg ASS oder Placebo randomisiert. In Bezug auf die präventive Wirkung zeigten sich keine bedeutenden Unterschiede: Die Rate der kardiovaskulären Erkrankungen in der ASS-Gruppe lag bei 10,7 Ereignissen pro 1000 Personenjahren. In der Placebo-Gruppe kam es zu 11,3 Ereignissen.

Doch die Wissenschaftler warfen damals auch einen Blick in die Todesfälle: Nach 4,7 Jahren starben insgesamt 1052 Menschen. In der ASS-Gruppe war das Sterberisiko um 14 Prozent höher. Hauptursache dafür war Krebs: Krebsbedingte Todesfälle traten bei 3,1 Prozent der Teilnehmer der ASS-Gruppe und 2,3 Prozent der Patienten der Placebo-Gruppe auf.

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