Direkt im Anschluss an die Markteinführung bringt Boehringer Jascayd (Nerandomilast) jetzt auch als Großpackung. Der Preis liegt bei 22.000 Euro.
Jascayd ist erst seit August auf dem Markt und wird angewendet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit idiopathischer Lungenfibrose (Idiopathic Pulmonary Fibrosis, IPF) beziehungsweise progredienter pulmonaler Fibrose (PPF).
Erhältlich sind die Wirkstärken 9 und 18 mg, enthalten sind jeweils 60 Filmtabletten. Nun kommt eine neue Packungsgröße mit 180 Stück hinzu. Der Preis liegt bei 22.049,32 Euro und damit ziemlich genau beim Dreifachen der bisherigen Packung.
Nerandomilast ist ein selektiver Inhibitor der Phosphodiesterase 4 (PDE4) mit einer Präferenz für die Hemmung des Isoenzyms PDE4B gegenüber PDE4A, C und D. Das Enzym hydrolysiert und inaktiviert zyklisches Adenosinmonophosphat (cAMP); Nerandomilast wirkt sowohl antifibrotisch als auch immunmodulatorisch, da die bevorzugte Inhibition von PDE4B den intrazellulären cAMP-Spiegel erhöht und die Expression profibrotischer Wachstumsfaktoren und entzündungsfördernder Zytokine reduziert, die bei fibrotischen Lungenerkrankungen überexprimiert sind.
Die empfohlene Dosis beträgt 18 mg zweimal täglich in einem ungefähren Abstand von 12 Stunden. Die Behandlung sollte von Ärzten eingeleitet werden, die in der Behandlung von Krankheiten, für die das Arzneimittel zugelassen ist, erfahren sind.
In klinischen Studien wurden Diarrhö, Übelkeit und verminderter Appetit häufig als Nebenwirkungen berichtet, insbesondere bei Patienten, die Nerandomilast in Kombination mit Nintedanib oder Pirfenidon erhielten. Bei bestehenden gastrointestinalen Beschwerden ist daher besondere Vorsicht geboten.
Psychiatrische Erkrankungen können bei Patienten mit IPF und PPF häufig als Komorbidität auftreten. In klinischen Studien mit Nerandomilast wurden über alle Behandlungsgruppen hinweg psychiatrische Ereignisse, darunter auch sehr seltene Fälle von Suizidgedanken und suizidalem Verhalten, berichtet. Es wird eine routinemäßige Überwachung auf psychiatrische Erkrankungen empfohlen.
Frauen im gebärfähigen Alter sollten darauf hingewiesen werden, während der Behandlung eine Schwangerschaft zu vermeiden und zuverlässige Verhütungsmethoden anzuwenden.
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