War Apotheken-Geiselnehmer ein Stammkunde? | APOTHEKE ADHOC
Köln

War Apotheken-Geiselnehmer ein Stammkunde?

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Berlin -

Der Geiselnehmer in der Apotheke im Hauptbahnhof in Köln soll einem Medienbericht zufolge ein Stammkunde gewesen sein. Das berichtet die Kölnische Rundschau. „Er holte dort häufig Schmerzmittel und Psychopharmaka“, sagte ein mit dem Fall betrauter Ermittler der Zeitung.

Dem Bericht zufolge war der Angreifer den Mitarbeitern bekannt, als er am Montag betrunken in die Apotheke stürmte. Angestellte sollen anhand von Kundendaten erkannt haben, dass der Mann in der Offizin mehrfach mit Rezepten vorstellig geworden war. Warum der 55-Jährige am Breslauer Platz immer wieder seine Medikamente holte, werde von der Mordkommission untersucht.

Über die genaue Zahl der Besuche in der Apotheke liegen demnach keine gesicherten Erkenntnissen vor. Der Vermieter der Wohnung des Geiselnehmers in Neuehrenfeld habe am Tag nach dem Angriff mitgeteilt, dass der 55-Jährige über einen längeren Zeitraum in ärztlicher Behandlung gewesen sei.

Am Montag herrschte auf dem Bahnhof stundenlang Ausnahmezustand.Der Mann nahm in der Apotheke eine Geisel. Zuvor zündete er in einer McDonald‘s-Filiale einen Molotowcocktail. Ein 14-jähriges Mädchen wurde durch den Molotowcocktail verletzt, ihm gelang die Flucht. Daraufhin stürmte der Täter aus dem Schnellrestaurant in die benachbarte Apotheke im Hauptbahnhof.

In der Situation des Zugriffs hat der Mann der Polizei zufolge die Geisel massiv bedroht, er hatte versucht, sie anzuzünden. Der Täter hielt eine Waffe in der Hand. Die Einsatzkräfte schossen auf den Geiselnehmer, es gab mehrere Körpertreffer, der Täter sackte zusammen. Er wurde vor dem Bahnhof schließlich reanimiert und in der Uniklinik Köln stundenlang notoperiert.

In der Apotheke wurden wir bei der Durchsuchung im hinteren Bereich unter anderem mehrere Gaskartuschen gefunden, zwei davon waren mit Klebeband miteinander verbunden, eine oder zwei waren im Verlauf der Geiselnahme an der Geisel befestigt. Die Geisel überstand die qualvollen Stunden körperlich weitgehend unverletzt.

Reisende wurden währenddessen aufgefordert, den Bereich großflächig zu umgehen. Die Polizei riegelte das Gebiet großräumig ab. Der Täter konnte gegen 15 Uhr verhaftet werden, er wurde schwer verletzt. Rettungskräfte begannen umgehend mit seiner Reanimierung, danach wurde er in ein Krankenhaus eingeliefert. Auch das 14-jähriges Mädchen kam in ein Krankenhaus und soll mehrfacht operiert worden sein.

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