Apotheker zieht in Schlecker-Filiale

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Berlin - Apotheke statt Drogerie: Im niedersächsischen Syke zieht Apotheker Harro Kunz in eine ehemalige Schlecker-Filiale. Seit 40 Jahren gibt es die Schlossapotheke am jetzigen Standort, jetzt soll sie 130 Meter die Hauptstraße hinauf neu eröffnet werden. Die Schlecker-Pleite ist für Kunz ein Glücksfall, denn in den alten Räumen könnte er die  Vorgaben von Gesetzgeber und Krankenkassen kaum erfüllen.

„Es ist ein altes Gebäude aus dem 18. Jahrhundert, mit vielen Treppenstufen, tragenden Zwischenwänden und einer kleinen Offizin“, beschreibt Kunz seine Schloss-Apotheke. Um sich an den neuen Hilfmittellieferverträgen einiger Kassen zu beteiligen, müsse er aber beispielsweise über eine behindertengerechte Toilette und einen Beratungsraum mit Liege verfügen, so der Apotheker.

Die neue Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) wiederum verlange, dass die Beratungsplätze am HV-Tisch mindestens zwei Meter voneinander getrennt seien, um die nötige Disktretion zu gewährleisten. „Das ließe sich in einer 50-Quadratmeter-Offizin nicht verwirklichen“, so Kunz. Außerdem wollte er einen Kommissionierer einbauen, was ebenfalls nicht möglich gewesen sei.

Jetzt werde alles besser, ist Kunz überzeugt: „In dem Schleckergebäude gibt es einen 270 Quadratmeter großen Raum ohne Zwischenwände, den wir großzügig einrichten können.“ Im Obergeschoss gibt es außerdem Räume, die Kunze für Büros und Mitarbeitergespräche, aber auch für Patientenveranstaltungen nutzen will. „Das wird eine sehr gute Sache“, freut sich der Apotheker.

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