Conn-Syndrom

Bluthochdruck kann hormonell bedingt sein dpa, 11.05.2017 08:59 Uhr

Altdorf - Bluthochdruck ist manchmal gar nicht so einfach in den Griff zu bekommen. In immerhin 6 Prozent der Fälle könnte aber ein hormonelles Problem dahinterstecken, das sich gut behandeln lässt. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie anlässlich einer aktuellen Studie aus Turin hin.

Demnach produzieren manche Hypertoniker zu viel des Hormons Aldosteron. Es wird in den Nebennieren hergestellt und regelt den Kochsalzhaushalt des Körpers. Beim sogenannten Conn-Syndrom wird mehr Aldosteron ausgeschüttet als notwendig, der Körper scheidet weniger Natrium aus, und es verbleibt mehr Flüssigkeit im Körper. Letztlich steigt dadurch der Blutdruck dauerhaft an.

Wie das Syndrom behandelt wird, hängt auch von der Ursache ab. Bei manchen Patienten produziert ein gutartiges Geschwulst die Hormone, das sich operativ entnehmen lässt. Bei deutlich mehr Patienten in der italienischen Studie waren die Nebennieren vergrößert. In diesem Fall helfen Medikamente.

Weil sich das Conn-Syndrom in vielen Fällen nicht nur behandeln, sondern sogar heilen lässt, sollte jeder Hochdruckpatient zumindest einmal auf das Syndrom hin untersucht werden – etwa durch eine Bestimmung des Aldosteron-Gehalts im Blut.

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck schadet unter anderem den Gefäßen. Betroffene haben ein deutlich höheres Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

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