„Lüften statt vergiften“

Shisha-Rauchen: LAGeSo startet Gesundheitskampagne APOTHEKE ADHOC, 02.02.2019 08:36 Uhr

Berlin - Kohlenmonoxid aus der Shisha: Das Rauchen der Wasserpfeife erfreut sich wachsender Beliebtheit. Infolgedessen steigt auch die Zahl der Shisha-Bars rasant. Bei den 18- bis 25-Jährigen liegt die 30-Tages-Präferenz bei bis zu 19 Prozent. Dabei birgt das Rauchen der orientalischen Tabakpfeife viele Gefahren. Die Gesundheitskampagne des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) Berlin weist auf die Gefahr von CO-Vergiftungen hin.

In den vergangenen Monaten sei vermehrt über Rettungseinsätze in Shisha-Bars und gar über Schließungen berichtet worden. In der Hauptstadt wurden laut LAGeSo in den Jahren 2016 bis Juli 2018 insgesamt 29 Druckkammerbehandlungen gezählt, die im Zusammenhang mit Kohlenmonoxid-Vergiftungen durch das Shisha-Rauchen stehen. Die Dunkelziffer könnte weitaus höher liegen, denn bislang sind Notaufnahmen und Krankenhäuser nicht dazu angehalten, die Fälle zu dokumentieren. Großeinsätze mehrerer Berliner Ordnungsbehörden hätten zudem zu vorübergehenden Schließungen geführt, weil im Rahmen der Untersuchung zu hohe CO-Konzentrationen in den Bars festgestellt wurden.

„Das LAGeSo sieht sich im Zusammenhang mit CO-Intoxikationen durch zu hohe Innenraum-Konzentrationen in Shisha-Bars in der Rolle des Aufklärers des Verbrauchers“, teilt die Behörde mit und startet eine Öffentlichkeitskampagne im Sinne der Prävention. Ein akutes Gesundheitsrisiko ergibt sich laut LAGeSo durch hohe CO-Konzentrationen in geschlossenen Räumen. Dies ist auf das Verglimmen der Kohle zurückzuführen – vor allem in schlecht belüfteten Räumen. Das farb- und geruchlose Gas vermischt sich mit der Raumluft und wird eingeatmet, wo es über die Lunge ins Blut gelangt und den Sauerstofftransport stört. Schwerwiegende gesundheitliche Schäden können die Folge sein. Möglich sind diffuse Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstlosigkeit, Krampfanfälle, Herzrhythmusstörungen, myokardiale Ischömien und gar der Tod.

Kohlenmonoxid kann nur sehr langsam auf dem normalen Weg aus dem menschlichem Körper ausgeschieden werden. Zudem ist die Zeitspanne zwischen den ersten Symptomen der Vergiftung und der Bewusstlosigkeit nur sehr kurz. Aus diesem Grund liefert das LAGeSo Hinweise für die richtigen Rahmenbedingungen. Zu Hause sollten die Konsumenten am besten draußen rauchen oder die Fenster und Türen weit öffnen. Wer in eine Shisha-Bar geht, sollte auf die Lüftungsanlage und den CO-Warnmelder achten.

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