Schließungswelle auf Sylt: Aus 8 werden 5 | APOTHEKE ADHOC
Apothekensterben auf der Insel

Schließungswelle auf Sylt: Aus 8 werden 5

, Uhr
Berlin -

Auf Sylt schließt Ende dieser Woche die dritte Apotheke in diesem Jahr. Dann kommt alle fünf Tage ein Notdienst auf die verbleibenden Apotheken zu.

Anfang des Jahres zählte die Insel noch acht Apotheken. Nach der Nordsee Apotheke in Westerland und der Uwe-Jens-Lornsen-Apotheke in Keilum wird nun auch die St. Severin Apotheke von Inhaberin Marion Günther für immer schließen. Günther hatte die Apotheke vor 21 Jahren übernommen, nun verabschiedet sie sich in Rente, doch nicht nur das Alter der Inhaberin hat das Schicksal der Apotheke besiegelt.

Die Lage der Apotheke ist in einem Einkaufscenter mit vielen Parkplätzen sehr günstig. Ende letzten Jahres hatte Stolz allerdings beschlossen, Sylt als Standort aufzugeben. Von dem Entschluss ihres Vermieters habe Günther online erfahren.

Apotheke wird abgerissen

Daraufhin habe Discounter Lidl das Gebäude gekauft, ihr Nachbar werde damit sein Grundstück erweitern. Die Apothekerin hat daraufhin auch an Lidl verkauft, eine potenzielle Nachfolge habe sich zu sehr verzögert. „Irgendwann habe ich mich damit abgefunden“, erzählt sie. „Es war eine gesunde Apotheke, es ist schade um das Geschäft“. Auch während der Pandemie sei immer viel los gewesen. Durch die Lebensmittelgeschäfte nebenan und die „Gesund-Atmosphäre“ auf der Insel habe sie immer genügend Kundenverkehr gehabt. Nun werden die Apotheke und das alte Center-Gebäude abgerissen. Lidl wird alles modernisieren.

Hinzu kommt der Personalmangel, der sich auch auf der Insel verstärkt abgezeichnet habe. Noch vor 10 Jahren habe sie immer Bewerbungen auf ihrem Schreibtisch liegen gehabt, das sei schon länger nicht mehr so. „Manche lockt die Insel“, erzählt sie, aber längst nicht mehr so viele wie früher. Die „Work-Life-Balance“ sei durch die hohe Arbeitsbelastung nur schwer aufrechtzuerhalten. Auch mit Saisonkräften habe sie keine guten Erfahrungen gemacht, die seien oft nach kürzester Zeit wieder verschwunden.

Ihre Stammkund:innen bedauern die Entscheidung ebenfalls, nach über 20 Jahren habe sie zu vielen eine persönliche Bindung aufgebaut. Nun würden die Wege für die Patient:innen immer weiter und vor allem die Parksituation in den anderen Teilen der Insel sei für viele ein Hindernis.

In der Zukunft bedeutet das für die anderen Apotheken auf Sylt, dass sich die Arbeitslast auf immer weniger Schultern verteilt. Das heißt unter anderem, dass für jede Apotheke alle fünf Tage ein Notdienst ansteht.

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