Kommunikation

Piktogramme für die Apotheke – jetzt als App

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Berlin -

Niedersächsische Apotheker haben im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern das Piktogramm-Ringbuch „Ukapo – Unterstützte Kommunikation in der Apotheke“ entwickelt. Das Kommunikations-Instrument für Beratungsgespräche können Apotheker ab sofort auch als App beziehen.

Die Ukapo-App bietet ein fachspezifisches, grafisches Vokabular für pharmazeutische Beratungsgespräche auf Deutsch und Englisch an. Die ersten beiden Seiten ermöglichen ein Beratungsgespräch nach den Beratungsleitlinien der Bundesapothekerkammer. Die weiteren Seiten dienen zur Spezifizierung der Symptomatik, der Informationen über Vorerkrankungen und Allergien, der Besprechung der Medikation sowie weiterer Kommunikation.

In einem Beratungsgespräch können die Piktogramme markiert werden, diese bleiben während des gesamten Gesprächs markiert. Am Ende des Gesprächs können die Markierungen für den nächsten Patienten zurückgesetzt werden. Weiterhin können Tastenklänge aktiviert und die Sprachausgabe reguliert werden. Die App ist ausschließlich für iPads verfügbar und kann bis Ende dieses Jahres zu einem reduzierten Preis von 29,99 Euro bezogen werden.

Das Ukapo-Ringbuch wurde im Rahmen eines vierjährigen Forschungsprojektes an der Universität Oldenburg in Zusammenarbeit mit regionalen Apotheken, der Apothekenkammer Niedersachsen, dem Qualitätszirkel der Apotheker Oldenburg und dem ApoForum Oldenburg entwickelt. Unterstützt wurde das Vorhaben durch Studierende und Mitarbeiterinnen der Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Universität Oldenburg, von Apothekern sowie pharmazeutischem Personal der einbezogenen Apotheken, von Beschäftigten der gemeinnützigen Werkstätten Oldenburg und der Stadt Oldenburg.

Sprachbarrieren können in Apotheken zu gesundheitsgefährdenden Verständnisproblemen in der Arzneimittelversorgung führen. Wissenschaftler der Universität Oldenburg haben deshalb nach dem Hinweis von Apothekern gemeinsam mit der Niedersächsischen Apothekerkammer Kommunikationstafeln mit grafischen Symbolen entwickelt, die diese Probleme lösen und die notwendige Patientensicherheit gewährleisten.

Die Piktogramme der „Unterstützten Kommunikation“ wurden für Menschen entwickelt, die sich nicht ausreichend sprachlich verständigen können. Das Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik der Universität Oldenburg hat mit den Oldenburger Apothekern die Piktogramme und ihre Abfolge speziell für den Einsatz in der Apotheke weiterentwickelt. In Zusammenarbeit mit Oldenburger Apothekern hat die Projektgruppe die Piktogramme angepasst und im Apothekenalltag erprobt.

Die Bilder ersetzen die sprachliche Kommunikation nicht vollständig – sie sollen sie unterstützen und bei der präzisen Verständigung helfen. Das Buch und die App können Apotheker etwa bei der Beratung von Menschen mit eingeschränkten Sprachkenntnissen, Hörgeschädigten, Schlaganfallpatienten und Patienten mit einer beginnenden Demenz einsetzen. „Ukapo löst das Problem erkrankter Menschen ohne oder mit fremder Sprache oder mit Sprachbehinderungen, die ihre Beschwerden sprachlich nicht äußern können“, so der Herausgeber Methodenzentrum Unterstützte Kommunikation (Mezuk).

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