Hebammen gesucht

Personalmangel im Kreißsaal dpa, 14.11.2017 10:42 Uhr

Köln - Schwangere Frauen telefonieren sich bei der Suche nach einer Hebamme die Finger wund, in vielen Kreißsälen herrscht Personalmangel: Bei der Geburtshilfe in Nordrhein-Westfalen läuft nicht alles rund. Einige Geburtskliniken stoppten in diesem Jahr sogar zeitweise die Aufnahme von Schwangeren, weil Hebammen fehlten.

So haben die beiden größten Geburtskliniken in Köln ihre Kreißsäle in den vergangenen Monaten mehrfach vorsorglich vom Rettungsdienst abgemeldet. Rettungswagen mit schwangeren Patientinnen mussten in diesen Fällen andere Krankenhäuser anfahren.

Es gebe einen bundesweiten Fachkräftemangel bei Hebammen, der auch die Kölner Uniklinik treffe, sagt ein Sprecher. „Wenn es dann zu vermehrten Krankmeldungen kommt, kann dies zu einer schichtweisen Abmeldung des Kreißsaals führen.“ Ähnlich ist die Situation im Krankenhaus Köln-Holweide: „Die Personaldecke ist dünn, wir suchen händeringend Nachwuchs bei den Hebammen“, schildert eine Sprecherin. Und das bei steigenden Geburtenzahlen.

Das Evangelische Krankenhaus Hagen-Haspe musste seine geburtshilfliche Abteilung im Juni für ein Wochenende „aufgrund von akutem Mangel an Hebammen“ schließen. „Wir haben große Schwierigkeiten, Hebammen zu finden“, sagt der Medizinische Geschäftsführer Frank Bessler. Da es kaum noch freiberuflich tätige Beleghebammen gebe, die Verträge mit Kliniken abschließen, habe sich die Situation zugespitzt.

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