Apothekenschließung

Noch ein Dorf ohne Apotheke Eugenie Ankowitsch, 10.02.2018 08:50 Uhr

Berlin - Die Storchen-Apotheke in Gottenheim musste schließen, weil sich der Standort zuletzt wirtschaftlich nicht mehr getragen hat. Noch vor wenigen Jahren hat Inhaber Dr. Martin Kullmer kräftig investiert. Doch dann verschlechterte sich die finanzielle Situation zusehends. Nun will sich der Apotheker auf seine Rats-Apotheke in Bötzingen konzentrieren, die er zusammen mit seiner Frau führt.

Vor genau zehn Jahren hat Kullmer die Filiale in Gottenheim übernommen. Doch zuletzt hat sich der Standort in dem rund 2800 Einwohner großen Ortschaft nordwestlich von Freiburg wirtschaftlich nicht mehr getragen. Der Apotheker bedauert, dass es soweit kommen musste: „Die Räume waren schön, das Verhältnis zu den Kunden und den Vermietern ist sehr gut“, betont er. „Wir fühlten uns in Gottenheim sehr wohl."

Doch die Kundenfrequenz sei letztendlich zu gering gewesen, begründet Kullmer seine Entscheidung. In den ersten Jahren hatte die Apotheke noch ein Seniorenheim versorgt und sich damit ein zweites Standbein aufgebaut. Die Geschäftsbeziehung überdauerte sogar einen Umzug der Einrichtung in eine andere Gemeinde. Doch als das Heim den Betrieb einstellte, verlor die Storchen-Apotheke einen wichtigen Teil des Umsatzes. Dennoch hat der Apotheker weiter an den Standort geglaubt. Im Jahr 2012 hat er die Apotheke renoviert und das Angebot ausgeweitet. Außerdem baute er eine automatische Servicestation ein. Sie ermöglichte den Kunden, auch außerhalb der Öffnungszeiten bestellte Medikamente abzuholen.

Doch am Ende hat das alles nichts gebracht. Den endgültigen Todesstoß hat der Storchen-Apotheke der Personalmangel versetzt. Mindestens zwei Mitarbeiter hätte er für die Betrieb der Filiale benötigt, berichtet Kullmer. Doch schon im vergangenen Herbst sei eine Mitarbeiterin gegangen. Eine weitere hatte angekündigt, die Apotheke bis Ende Januar verlassen zu wollen. Es sei generell schwierig, für Apotheken Personal zu finden und länger zu halten, selbst bei Praktikanten. „Wenn man inseriert, stehen die Leute nicht Schlange", erklärte Kullmer.

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