Gojibeeren, Chia-Samen & Co.

Macht Superfood fit und gesund? dpa, 09.07.2018 15:52 Uhr

Hannover/Bonn - Die Erwartungen an Früchte wie südamerikanische Acai-Beeren, Granatäpfel und asiatische Gojibeeren sind hoch. Als sogenanntes Superfood sollen sie fit, schlank und gesund machen. „Sie können heilen, Krankheiten vorbeugen und unser Wohlbefinden deutlich steigern“, heißt es etwa in der Werbung für ein Buch über „die 50 besten Superfoods“. Seit der Trend vor einigen Jahren aus den USA nach Deutschland schwappte, liegen mehr und mehr exotische Lebensmittel unter dem Titel Superfood in den Regalen der Einkaufsmärkte. Zahlreiche Köche haben Bücher mit Rezepten für Superfood veröffentlicht. Doch was genau ist Superfood?

Eine rechtlich bindende Definition, welche Lebensmittel so genannt werden dürfen, gibt es nicht, wie Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung in Bonn erklärt. „Im Allgemeinen werden unter Superfood besonders nährstoffreiche Lebensmittel zusammengefasst, vor allem aus dem Bereich Obst und Gemüse.“ Demnach ist Superfood oft reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien, die gesundheitsfördernde Wirkungen haben können. Als typische Vertreterinnen nennt Gahl Gojibeeren, Chiasamen, Acai-Beeren und Granatäpfel. „Mehr und mehr kommen aber auch heimische Produkte wie Heidelbeeren, Brennnessel oder Hagebutte hinzu.“

Dass bislang vor allem Nahrungsmittel aus weit entfernten Ländern als Superfood gelten, ist aus Sicht der Bremer Verbraucherzentrale kein Zufall. Die Verbindung aus Exotik und Gesundheitswert reize viele Menschen, sagt Regina Aschmann, die Interessierte bei Ernährungsfragen berät. Nötig seien solche Früchte für die Gesundheit allerdings nicht. „Wer sich abwechslungsreich mit gesunden, heimischen Lebensmitteln ernährt, braucht kein exotisches Superfood.“

Produkte aus anderen Kontinenten bergen Aschmann zufolge einige Gefahren. „Bei exotischen Lebensmitteln ist das Risiko viel größer, dass trotz Bio-Siegel die Vorgaben nicht eingehalten werden“, erklärt sie. Werbebotschaften über den gesundheitlichen Nutzen – etwa, dass Granatäpfel bei Wechseljahrbeschwerden und Prostatakrebs helfen, seien mit Vorsicht zu genießen. „Es wird das Blaue vom Himmel versprochen und vieles ist nicht bewiesen.“

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