Lieferengpässe im Bundestag

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Berlin - Lieferengpässe von Arzneimitteln stehen in der Apotheke auf der Tagesordnung. Dass in Deutschland wichtige Medikamente fehlen, ist in dieser Woche im Bundestag angekommen. Die Gesundheitsexperten „sind besorgt über wiederkehrende Lieferengpässe“. Betroffen seien unter anderem Antibiotika und Onkologika.

Am Mittwoch fand im Gesundheitsausschuss eine Expertenanhörung zum Thema Lieferengpässe statt. Die Ursache für wiederkehrende Engpässe sei die Verlagerung der Arzneimittelherstellung nach Indien und China. Der Markt würde sich zunehmend in Asien konzentrieren. In diesen Ländern ist laut Wolf Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, die Transparenz über Wirkstoffhersteller völlig unzureichend.

Die vergangenen Monate zeigen die Abhängigkeit Deutschlands von ausländischen Lohnherstellern. So fielen beispielsweise die wichtigen Klinikantibiotika Tazobactam/Piperacillin aus, weil in China eine Produktionsstätte explodierte. Laut Ludwig hätten Krankenhausapotheker bestätigt, dass es pro Jahr etwa 150 Lieferengpässe relevanter Arzneimitteln gebe. Defekte gibt es aber auch bei Ibuprofen und Impfstoffen.

Ludwig sprach sich dafür aus, die Bevorratungsfristen für wichtige Arzneimittel zu verlängern – zwei Wochen reichten nicht aus. Laut Definition ist ein „Lieferengpass eine über voraussichtlich zwei Wochen hinausgehende Unterbrechung einer Auslieferung im üblichen Umfang oder eine deutlich vermehrte Nachfrage, der nicht angemessen nachgekommen werden kann“. Die Hersteller können dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) Lieferengpässe versorgungsrelevanter Arzneimittel melden, allerdings erfolgt dies nur auf Basis der Selbstverpflichtung, wie im Pharmadialog erklärt wurde.

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