Grippe-Impfung

Grippewelle: EU-Kommission fordert zum Impfen auf

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Berlin -

Angesichts der akuten Grippewelle ruft die Europäische Kommission zum Impfen auf. „Ich appelliere an alle Bürger in der Europäischen Union, sich selbst und ihre Kinder impfen zu lassen. Damit schützt man nicht nur die eigene Person, sondern auch die Mitbürger”, so EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis. Gleichzeitig ermutigte er die Bürger, Mythen und Fehleinschätzungen über Impfungen keinen Glauben zu schenken.

Viele EU-Staaten würden über überdurchschnittlich viele Krankenhausaufenthalte infolge von Grippeerkrankungen berichten. Der Kommissar verwies mit Bezug auf die EU-Agentur für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) darauf hin, dass jedes Jahr 40.000 Menschen in der EU, Liechtenstein, Island und Norwegen frühzeitig durch Komplikationen sterben würden, die mit dem Ausbruch einer Grippe in Verbindung stehen.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat neue Zahlen zur aktuellen Grippewelle in Deutschland veröffentlicht. Demnach wurden in der 6. Meldewoche fast 18.000 neue Fälle von Influenza in Deutschland registriert. Die Zahl der Grippe-Erkrankungen in der laufenden Saison stieg damit auf insgesamt knapp 60.000. 102 Menschen sind an den Folgen ihrer Influenza-Infektion gestorben. Der höchste Anstieg an Grippe-Erkrankungen sei zuletzt in der Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen zu verzeichnen gewesen, so das RKI.

In diesem Winter ist es erstmals möglich, sich mit dem von der Ständigen Impfkommission (Stiko) am RKI empfohlenen, quadrivalenten Grippeimpfstoff impfen zu lassen. Zwar ist dieser noch keine grundsätzliche Kassenleistung, aber DAK und Barmer übernehmen die Kosten bereits für Risikopatienten. Generell sollten sich alle Personen über 60 Jahre und Schwangere gegen Influenza impfen lassen. Für gesunde Schwangere wird die Impfung ab dem 2. Trimenon empfohlen, bei Schwangeren mit chronischen Grundkrankheiten zu jedem Zeitpunkt der Schwangerschaft nach Abwägung von Risiko und Nutzen der Impfung.



Das RKI schätzt, dass mit der Vierfach-Impfung jährlich 270.000 Grippe-Erkrankungen wegfielen und mehr als 100.000 Arztbesuche überflüssig würden. Dennoch bleibt auch in dieser Grippesaison die Dreifachimpfung als Kassenleistung noch der Standard für die Impfwilligen. Dass die Stiko inzwischen umgeschwenkt ist und den Vierfach-Impfstoff empfiehlt, liegt an der von den Wissenschaftlern ermittelten Studienlage. Danach waren in den zurückliegenden Jahren mal 15, mal 48 und sogar bis zu 67 Prozent aller Grippe-Erkrankungen durch Erreger-Subtypen verursacht, die der Dreifach-Impfstoff nicht abgedeckt hatte.

Beide Impfungen schützen gegen die zwei Influenza-A-Stämme, der Dreifach-Impfstoff gegen einen weiteren Influenza-B-Stamm, der Vierfach-Impfstoff gegen beide Influenza-B-Stämme. Damit die Vierfach-Impfung spätestens zur Grippesaison 2018/2019 dann für alle eine Kassenleistung ist, muss als nächstes der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) einen entsprechenden Beschluss treffen.

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