„Beim Mittagessen ging es nur um Apotheke“

Ein Loblied auf die Apotheke

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Berlin -

Die berufliche Laufbahn von Katrin Hackbarth konnte nur in eine Richtung gehen – in die Apotheke. Denn nicht nur die Eltern der 42-Jährigen sind Pharmazeuten, sondern auch alle Onkel und Tanten sowie ihr Bruder. „Das Thema gehört zu meinem Leben dazu, das war letztlich klar.“ Mit ihrer zweiten Apotheke tritt sie in die Fußstapfen ihrer Mutter und kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

Anstehende Veränderungen wie das E-Rezept bereiten so mancher Apothekerin und manchem Apotheker Bauchschmerzen, einige alteingesessene Kolleg:innen gehen sogar soweit zu sagen, dass sie ihren Betrieb deshalb früher abgeben. Für Hackbarth sind die Neuerungen nur weitere „spannende Herausforderungen“ im Apothekenalltag. „Ich freue mich auf diese Zukunft, denn der Beruf hat sich gewandelt. Der Apotheker wird als Experte für Arzneimittel wahrgenommen. Durch Corona ist die Apotheke gefragter denn je.“

Lebenswerk geht an Tochter

Hackbarth übernahm zum Jahreswechsel die Märkische Apotheke in Schwelm von ihrer Mutter Regina Schmidt. Diese hatte sie 1978 gegründet. „Mir kommt es so vor, als sei es gestern gewesen“, sagt sie. Der Betrieb sei ihr „Lebenswerk“, auf das sie stolz sei. „Ich habe jeden Tag in diesem wunderbaren Beruf genossen.“ Diese Leidenschaft gab sie an ihre Tochter weiter. „Beim Mittagessen ging es nur um Apotheke“, sagt Hackbarth.

Nur kurz überlegte Hackbarth, ob sie lieber Tierärztin werden sollte. Der Rat eines Veterinärs gab ihr jedoch zu denken. „Ich wollte mich auf Großtiere spezialisieren. Er sagte, das sei schwer mit Familie zu vereinbaren. Als Tierarzt hat man nicht so einen geregelten Notdienst wie als Apothekerin.“ Die Entscheidung für ein Pharmaziestudium bereut sie nicht: „Der Beruf hat Zukunft und ist wichtig, wir werden gebraucht. Die Menschen werden immer älter.“

„Die Apotheke ist immer offen“

Die Arztpraxen seien voll und es sei schwer, Termine zu bekommen. „Die Apotheke ist immer offen, da spaziert man rein.“ Ihre neue Apotheke liege zentral und habe viel Laufkundschaft. „Mein Ziel ist es, eine Apotheke ‚zum Anfassen‘ zu haben.“ Unterstützt wird sie von dem bestehenden Team. Manche seien 30 oder 40 Jahre dabei und kennen die neue Chefin, seit sie ein Baby ist. „Wir haben aber auch junge PTA und sind gut durchmischt.“

Auch familiär ist Hackbarth froh, ihre Hauptapotheke jetzt in Schwelm in ihrem Wohnort zu haben. „Meine Kinder kommen auf dem Rückweg vom Geigenunterricht vorbei und freuen sich riesig, dass die Apotheke im Ort ist.“ Ihr zweiter Betrieb in Bochum wurde zur Filiale. Das „Apotheken-Gen“ will Hackbarth auch an ihre beiden Kinder weitergeben. „Natürlich hoffe ich, dass sie Apotheker werden.“

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