Berliner Zeitung

Apothekerin bekehrt Journalistin APOTHEKE ADHOC, 13.04.2016 15:04 Uhr



Fast noch ärgerlicher findet Kemmritz die wachsende Bürokratie und erklärt Stemmler am Beispiel des Arztstempels Nullretaxationen. „Wenn so ein Problem bei einer partnerschaftlich agierenden Kasse wie der AOK passiert, kann man das oft noch im Nachhinein klären“, so Kemmritz. Aber es gebe auch Kassen, wie etwa die DAK Gesundheit, die es darauf anlegten, Formfehler zu erkennen, um Kosten einsparen zu können.

Kemmritz wünscht sich mehr Freiheitsgrade, zum Beispiel, wenn ausnahmsweise ein anderes Medikament als das Rabattarzneimittel abgegeben wird: „Wozu haben wir studiert, wenn uns jetzt nicht zugetraut wird, eine verantwortungsvolle Entscheidung zu treffen?“

„Apotheker wollen helfen und dafür geliebt und geachtet werden“, sagt Kemmritz über ihren Berufsstand. Apotheker würden nicht gern streiten und fielen auch nicht gerne unangenehm auf. Das müsse sich jedoch ändern, meint Kemmritz. Mit Kollegen hat sie im März die Webseite ohne-apotheker-fehlt-dir-was.de gestartet, auf der Anekdoten über den Alltag in Apotheken gesammelt werden. „Es soll auch positive Artikel geben, aber bislang sind die Kollegen vor allem dabei, ihren Frust abzuschreiben“, so Kemmritz. Inzwischen gibt es rund 40 Artikel, in denen „ganz normale Apotheker ihren Alltag beschreiben“.

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