Apotheker an Kunden: „Kaufen Sie keine Gutscheine bei uns!“

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Die Apothekenbranche hat es zweifellos weniger hart getroffen als beispielsweise das Hotel- oder Gastro-Gewerbe. Leicht war das Jahr trotzdem nicht, deshalb betont auch Althoff den Nutzen, den eine solche Aktion den Apothekern bringen kann. „Man muss unseren Kollegen manchmal einen dezenten Hinweis geben, dass nicht immer alles schlecht ist und wir auch mal was Gutes tun. Wir wurden im Gegensatz zu anderen Einzelhändlern und der Gastronomie nicht geschlossen“, sagt er. „Gerade für die Außenwirkung der Branche ist es doch gut, nicht immer nur zu klagen, wie schwer wir es doch haben, sondern auch mal zu zeigen, dass wir auch selbstlos Solidarität zeigen können.“

Großen Aufwand habe die Aktion jedenfalls nicht gemacht. „Am Freitag habe ich unseren Grafiker gefragt, ob er das für uns machen kann, und am Montag hatten wir die Flyer schon.“ Rund tausend Stück habe er drucken lassen und die Aktion dazu noch auf Social Media beworben. Dabei betont er, dass der Gutschein-Ausschluss aber auch keinesfalls kategorisch ist. Zwar weise er die Kunden darauf hin, aber: „Wenn der Kunde sagt, meine Oma will unbedingt einen Gutschein aus der Apotheke, dann verkaufe ich ihm den natürlich. Aber ich sage ihm eben auch, dass es im Moment Geschäfte gibt, die es nötiger brauchen als unsere Apotheke.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Althoff in der Pandemie aktiv wird, um den umliegenden Geschäften unter die Arme zu greifen. Bereits im Mai, nach dem ersten harten Lockdown, hatte er die umliegende Gastronomie unterstützt, indem er für sie Care-Pakete geschnürt hat: viermal 250 ml Händedesinfektionsmittel, einmal 500 ml Flächendesinfektionsmittel, fünf OP-Atemmasken, viermal Magnesium Direktgranulat und viermal Traubenzucker packte er hinein, um den Betrieben zu der Zeit, als vor allem Desinfektionsmittel knapp und teuer war, dabei zu helfen, die damals neuen Hygienevorschriften umzusetzen. Einen Wert von rund 40 Euro hatte jedes Paket, 100 davon hat er verschenkt – und auch dort betont, dass das auf lange Sicht eine gute Investition war: „Ich habe vier Apotheken und bei hundert Paketen also tausend Euro pro Apotheke ausgegeben – mit so wenig Geld habe ich noch nie so viel Feedback erhalten.“

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