Protestbrief

Wegen DocMorris: Apotheker protestiert bei Telekom APOTHEKE ADHOC, 13.10.2017 07:47 Uhr

Berlin - Schon als der grüne DocMorris-Bus im Sommer 2013 die Gemüter der Apotheker erhitzte, lieferte die Deutsche Telekom der niederländischen Versandapotheke die dazu gehörige Technik. Mit der Video-Apotheke wurde die Kooperation weiter ausgebaut. Jetzt ärgerte sich Apotheker Stefan Keidel deswegen so sehr über seinen langjährigen Telefon- und Internetanbieter, dass er sich mit einem Protestbrief beschwerte.

„Mit viel Unmut musste ich feststellen, dass Sie als deutsche Firma einen holländisch-schweizerischen Konzern – genauer DocMorris und Zur Rose – unterstützen. Einen Konzern, der versucht, den deutschen Apotheken dauerhaft Schaden zuzufügen, indem man nur die Rezepte beliefert, die für eine Versandapotheke lukrativ sind“, schrieb Keidel. Gesetzlich vorgeschriebene Pflichten wie die Ausführung von Notdiensten, die Herstellung von Rezepturen oder die Abgabe von Betäubungsmitteln würden von den ausländischen Versandapotheken nicht erbracht.

Dann verwies Keidel auf die seit einem Jahr laufende Diskussion über die Folgen des EuGH-Urteils: „Wie Sie sicherlich den Medien entnehmen konnten, kämpfen die deutschen Apotheken – seien es Versandapotheken wie auch die Vor-Ort-Apotheken – für eine gerechte Gesetzesvorgabe.“

Aktuell sei es ausländischen Versandapotheken gestattet, den Endkunden auf gesetzliche Zuzahlungen Rabatte zu gewähren, was inländischen Apotheken und Versandapotheken bis heute gesetzlich „bei Freiheitsstrafe verboten ist“. Keidel: „Immer wieder versucht DocMorris deutsche Gesetze zu untergraben – zum Beispiel mit dem Arzneimittelautomaten in Hüffenhardt, der dann gerichtlich untersagt wurde.

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