Viagra-Generika

Ereq, Kleeblatt, TAD ungefragt Alexander Müller, 24.06.2013 13:46 Uhr aktualisiert am 24.06.2013 15:36 Uhr

Berlin - Los geht’s: Die Generikaindustrie überschüttet die Apotheken mit Angeboten zu ihren Sildenafil-Präparaten. Verbraucher können sich pünktlich zum Viagra-Patentablauf auf neuen Websites zum Thema erektile Dysfunktion informieren. Zumindest ein Hersteller hat es aber mit dem Service womöglich übertrieben.

TAD Pharma hat ungefragt Packungen seines Sildanafil-Präparats an Apotheken verschickt – und in Rechnung gestellt. Jeweils eine 4er-Packung der Potenzpille mit 50 und 100 mg bietet die Krka-Tochter für rund 22 Euro an. Bei Zahlung innerhalb von zwei Wochen gibt es 2 Prozent Skonto, ansonsten können sich die Apotheken mit der Überweisung bis Heiligabend Zeit lassen.

Obwohl die Ware in vielen Fällen gar nicht bestellt wurde, ist die Rechnung mit „Ihr Auftrag: Rx-Starterpaket“ gekennzeichnet. Auch Ärzte wurden mit Musterpackungen von „Sildegra“ – so der an das Original angelehnte Name des TAD-Generikums – bedacht.

Die Stada-Tochter Aliud begnügt sich gegenüber Apotheken mit einem Einkaufsangebot: „Sildenafil AL“ gibt es zum Herstellerabgabepreis plus Großhandelsfixum versandkostenfrei mit 4 Prozent Skonto. Das Angebot gilt bis Ende Juli, außerdem gibt es ein gratis Werbemittelpaket mit Broschüren – und Schokoladentäfelchen.

Noch mehr Mühe zur Neueinführung hat sich die Konkurrenz von Hexal gemacht: „Sildehexal“ ist blau wie das Original, statt der charakteristischen Raute setzt die Novartis-Tochter aber auf ein Kleeblatt. Neben der Glückssymbolik liegt der Vorteil in der doppelten Teilbarkeit der Filmtablette. Für einen diskreten Einkauf hat Hexal eine Seite der Packung besonders neutral gestaltet. Informationen zur Indikation gibt es samt schneidigem Testimonial auf der Homepage www.fuer-uns-maenner.

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