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Aponeo: Leitender Apotheker geht

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Berlin -

Apotheker Martin Kreissl-Kohrs hat zum Jahreswechsel die Versandapotheke Aponeo verlassen. Nach zehn Jahren in der Funktion als leitender Apotheker beim Berliner Versender zog es ihn zurück in die öffentliche Apotheke. Aponeo nutzt den Wechsel, um sich neu zu sortieren.

Inhaber Konstantin Primbas bestätigte die Personalie auf Nachfrage. Kreissl-Kohrs war seit Juli 2006 als leitender Apotheker bei Aponeo angestellt. Doch zum Jahresende trennten sich die Wege. Die Rückkehr in eine Vor-Ort-Apotheke sei für seinen leitenden Apotheker immer eine Option gewesen, berichtet Primbas. Im Versandgeschäft habe er ebenfalls einen sehr guten Job gemacht, betont sein ehemaliger Chef. Eine normale Apotheke sei aber beruflich ein ruhigeres Gewässer als eine Versandapotheke.

Das gilt auch für den Standort: Kreissl-Kohrs tauscht die Hauptstadt gegen das thüringische Sondershausen ein. Dort hat er zum Jahreswechsel die Loh-Apotheke seiner Mutter Jutta Kreissl übernommen. In ihrer Apotheke hatte er nach dem Studium schon einige Monate gearbeitet, bevor er zu Aponeo gewechselt war.

Einen neuen Teamleiter wird es Primbas zufolge bei Aponeo nicht geben. Stattdessen soll ein Team aus sechs Apothekern die Aufgaben gleichberechtigt unter sich aufteilen. Zudem wird der Chef selbst wieder näher an das Tagesgeschäft heranrücken. Nachdem in den vergangenen Jahren viele Prozesse technisch verbessert worden seien, könne auch er sich jetzt mehr auf das Wesentliche konzentrieren: die pharmazeutische Arbeit. „Darauf freue ich mich total“, so der Aponeo-Chef.

Aufgestockt wurde das Team trotzdem: Eine neue Apothekerin, die vorher selbstständig war, ist jetzt bei der Versandapotheke an Bord. Sie hatte sich in ihrer Apotheke auf Homöopathie spezialisiert und soll diesen Bereich auch bei Aponeo stärken. Zum Jahreswechsel hat zudem eine PTA angefangen, die sich vor allem um die Betreuung der Pflegeheime kümmern soll. Primbas ist froh, guten Ersatz gefunden zu haben – denn das sei heute gar nicht so einfach.

Jetzt geht es darum, die Aufgaben im Team möglichst gerecht zu verteilen – aber auch so speziell wie möglich: Ein Coach soll dabei helfen, dass jeder im Team seinen Stärken entsprechend eingesetzt wird. Primbas will Aponeo weiterentwickeln, sich „möglichst unabhängig vom Rezept“ machen.

Das ist gleichzeitig eine Absage an den Kampf gegen Rx-Boni der ausländischen Konkurrenz. Kurz nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) hatte Aponeo noch angekündigt, selbst Boni anzubieten und sich von einem Konkurrenten verklagen zu lassen. Beim Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) wurde über diese Möglichkeit gesprochen.

Mittlerweile ist Primbas davon abgerückt: „So ein Prozess dauert zwei bis vier Jahre und ist wahnsinnig teuer.“ Bis dahin werde es eine andere Lösung geben. „Ich möchte eigentlich keine Energie auf so ein Verfahren verschwenden und dann für eine alte Sache kämpfen“, so Primbas. Dass ein Rx-Versandverbot kommt, glaubt der Aponeo-Chef allerdings nicht.

Primbas fürchtet allerdings auch keine „Boni-Verträge“ der Krankenkassen mit ausländischen Versandapotheken. Denn die Kassen hätten einen klaren Auftrag und könnten notfalls vom Gesetzgeber an diesen erinnert werden: „Man könnte einfach die geltenden Gesetze richtig zur Anwendung bringen und den Krankenkassen verbieten, unter diesen Umständen mit DocMorris abzurechnen“, so Primbas.

Er selbst will sich jedenfalls nicht in dieser Schlacht aufreiben. „Wir sollten uns auf unsere Stärken konzentrieren“, so Primbas. Einen Schlüssel sieht er in Nahrungsergänzungsmitteln; seit Kurzem bietet Aponeo entsprechende Produkte als Eigenmarke an. Im Pharmaziestudium kämen diese so gut wie nicht vor, auch rümpften viele Kollegen die Nase über die Produkte. Diese seien aber nun einmal sehr gefragt, gerade im Versandhandel. Auch hierzu soll es bei Aponeo eine bestmögliche Beratung geben. Denn Bestellung rein, Päckchen raus – das könne es nicht sein, so Primbas.

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