Verquvo: Bayer bringt Vericiguat

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Berlin - Bayer hat zum 15. September Verquvo (Vericiguat) gelauncht: Dabei handelt es sich um den ersten speziellen Therapieansatz für Patient:innen mit chronischer Herzinsuffizienz (HF), die nach kürzlich erlittener und mit intravenösen Diuretika behandelter Dekompensation stabilisiert wurden.

Die Stimulation der löslichen Guanylatzyklase (sGC) ist ein für die Herzinsuffizienz neues Wirkprinzip – und Verquvo somit der erste sGC-Stimulator in dieser Indikation auf dem Markt. Das Medikament ist zugelassen zur Behandlung von symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz bei erwachsenen Patient:innen mit reduzierter Ejektionsfraktion, die nach einem kürzlich aufgetretenen Dekompensationsereignis, das eine intravenöse Diuretika-Therapie erforderte, stabilisiert wurden.

Von einer dekompensierten Herzinsuffizienz ist dann die Rede, wenn Störungen des Herzens nicht mehr ausgeglichen werden können. Das Herz wird im Verlauf der Erkrankung zu schwach, die Folge ist eine spürbare Reduktion der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Es kommt unter anderem zu starker Atemnot und Wassereinlagerungen. Jedes Dekompensationsereignis bei chronischer HF bedeutet ein wachsendes Risiko für erneute Hospitalisierungen und Mortalität – trotz einer leitliniengerechten medikamentösen HF-Therapie. Häufig entsteht eine Abwärtsspirale.

Im März hatte der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) eine positive Empfehlung ausgesprochen, kurz darauf gab auch die EU-Kommission grünes Licht. Basis waren Studiendaten aus dem Frühjahr 2020: Diese hatten gezeigt, dass das Mittel bei Patient:innen mit sich verschlechternder chronischer Herzinsuffizienz das Risiko eines kardiovaskulären Todes oder einer Krankenhauseinweisung verringert im Vergleich zu einem Placebo in Kombination mit verfügbaren Medikamenten. Mittlerweile ist Vericiguat bereits in den aktuellen HF-Leitlinien aufgeführt.

Neues Wirkprinzip bei Herzinsuffizienz

Der sogenannte „NO-sGC-cGMP-Signalweg“ spielt für das kardiovaskuläre System eine zentrale Rolle. Auch beim Fortschreiten der HF und einer Verschlechterung der Symptome ist er beteiligt, sodass die myokardiale und vaskuläre Funktion, das linksventrikuläre System sowie Entzündung und Fibrose ungünstig beeinflusst werden. Vericiguat zielt als Wirkstoff auf die Wiederherstellung des defizitären NO-sGC-cGMP-Signalwegs ab. Er stimuliert direkt die lösliche Guanylatzyklase (sGC), unabhängig von und synergistisch mit Stickstoffmonoxid (NO), um die myokardiale und vaskuläre Funktion zu verbessern.

Oft wird versucht durch eine Aufdosierung von antihypertensiven Medikamenten eine Optimierung der Erkrankung zu erreichen. Aufgrund der Blutdruckwerte ist dies oft jedoch nicht möglich. Genau diese Patient:innen sollen von Vericiguat profitieren können. Bayer schließt damit eine Versorgungslücke für Risikopatient:innen.

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