Teehersteller

Sidroga beendet dm-Desaster Patrick Hollstein, 15.06.2018 10:17 Uhr

Berlin - Zurück zur Apotheke: Mit dem Launch der Marke Sidrosan bei dm vor einem Jahr hatte der Teehersteller Sidroga unter Pharmazeuten einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Jetzt zieht das Unternehmen die Reißleine und gibt das Geschäft mit der Drogeriekette auf. Das Apothekengeschäft soll künftig nicht mehr kannibalisiert werden.

Ab Herbst soll es die Marke Sidrosan nicht mehr bei dm geben. „Wir gehen da raus“, sagt Bettina Fuchs, die bei der Strathos-Gruppe (Sidroga/Emser) das Apothekengeschäft leitet. Die Entscheidung sei in Abstimmung mit der Drogeriekette gefallen; dm habe bereits begonnen, die elf Produkte zum halben Preis abzuverkaufen.

Die Rückkehr zur Apothekenexklusivität habe einen strategischen Hintergrund, so Fuchs. Sidrosan sei „nicht die beste Idee“ gewesen, räumt sie ein. Der Launch im Mass Market sei noch unter der alten Geschäftsführung geplant worden; mit dem Wechsel an der Spitze habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich dasselbe Produkt nicht in zwei verschiedenen Handelskanälen vermarkten lässt. „Das macht keinen Sinn. Unterschiedliche Vertriebswege brauchen differenzierte Portfolios.“

Zu Abverkaufszahlen will sie sich nicht äußern, Sidrosan habe sich aber schon wegen der Beschränkungen für die Werbung von vornherein nicht wirklich positiv entwickeln können. „Es bringt nichts, an einem Thema festzuhalten, wenn man nicht weiter kommt.“ Wie teuer der Ausflug war, verrät Fuchs nicht. Nur so viel: Sidroga habe sich 2017 aus verschiedenen Gründen nicht so entwickelt wie erhofft; nach Umsatz sei man aber nach wie vor Marktführer. Und Emser wachse erfolgreich.

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