Schwabe verkauft Spitzner | APOTHEKE ADHOC
Phytohersteller

Schwabe verkauft Spitzner

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Berlin -

Die Schwabe-Gruppe (Tebonin, Lasea, Crataegutt, Prostagutt oder Carmenthin) stellt sich neu auf. Das Unternehmen will sich vom Produktionsstandort Ettlingen bei Karlsruhe sowie der dort ansässigen Tochterfirma Spitzner trennen.

Schwabe sucht für Spitzner einen neuen Eigentümer. Die Produkte von Spitzner werden in Zukunft weder vertrieben, noch hergestellt. Geplant sei, dass die Tochterfirma mit ihren Produkten an einen neuen Eigentümer übergehe.

1986 wurde die W. Spitzner Arzneimittelfabrik übernommen. Bis 2012 wurden unter deren Dach die Marken Umckaloabo, Lasea oder Pinimenthol vertrieben. Nach der Zusammenlegung verlieb am Spitzner-Standort in Ettlingen die Produktion. Heute werden über die Tochterfirma Körperpflege- und Wellnessprodukte angeboten, die im Mass Market verkauft werden.

Salben bleiben im Portfolio

In Ettlingen werden halbfeste Formen wie Salben und Cremes hergestellt. Dr. Willmar Schwabe vertreibt etwa die Marken Hametum oder Pinimenthol. Die Produkte bestehen trotz des geplanten Verkaufs weiter und werden weiterhin vermarktet. Für die Apotheken und den Großhandel soll sich dadurch nichts ändern.

Bei einer Geschäftsprüfung stellte sich dem Unternehmen zufolge heraus, dass halbfeste Formen im Verhältnis zum Gesamtportfolio an Bedeutung verlieren. „Es ist daher nur konsequent, unsere Kräfte zu bündeln und unsere Ressourcen in die Produktion von festen und flüssigen Arzneiformen zu investieren.“ Der neue Inhaber der Anlage soll die Produktion halbfester Formen weiterführen und den Standort für die Zukunft weiterentwickeln.

Der Fokus liege auf dem Kerngeschäft der pflanzlichen Arzneimittel in Europa, China und Lateinamerika. Langfristig soll die gesamte deutsche Produktion an einem Standort zusammengeführt werden. „An unserem Standort in der Ottostraße werden wir auch weiter investieren: Dort entsteht unser zentraler Produktionsstandort der Zukunft.“ Die Zentrale in der Willmar-Schwabe-Straße werde langfristig zu einem reinen Büro- und Forschungscampus.

Zentraler Produktionssstandort geplant

„Wir investieren fokussiert in den Produktionsstandort Deutschland“, teilt eine Sprecherin mit. Mit dem Bau des zentralen Nachschublagers in Durmersheim, der Erweiterung des Logistikzentrums sowie dem geplanten Neubau des Konfektionierungszentrums in Karlsruhe-Durlach (Killisfeld) seien die Weichen für eine Zusammenführung und den Ausbau der Produktionskapazitäten gestellt.

Am Hauptsitz in Karlsruhe-Durlach werden aus den fertigen Extrakten flüssige Formen oder Tabletten für Arzneimittel wie Tebonin, Umckaloabo oder Crataegutt hergestellt und verpackt.

Der Phytokonzern Schwabe entstand 1866 aus der Leipziger „Fabrikationsstätte für die Zubereitung von Arzneimitteln“. Die Firma wurde vom Apotheker Dr. Willmar Schwabe gegründet. Auch die 1961 gegründete Deutsche Homöopathie-Union (DHU) gehört zum Konzern. Die Schwabe-Gruppe erwirtschaftet einen Umsatz von 900 Millionen Euro. Insgesamt beschäftigt der Konzern 4000 Mitarbeiter, davon rund 700 in Deutschland.

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