Generikakonzerne

Sanofi: Countdown für Zentiva

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Berlin -

Sanofi denkt seit einem Jahr laut darüber nach, seine Generikasparte Zentiva/Winthrop zu verkaufen. Jetzt will der Konzern Nägel mit Köpfen machen: In spätestens zwei Jahren soll die Sparte in Europa den Besitzer gewechselt haben.

Sanofi hatte 2008 den tschechischen Hersteller Zentiva für 1,8 Milliarden Euro übernommen. Das Unternehmen sollte zum Nukleus für ein globales Generikageschäft werden. Bis dahin war der französische Konzern vor allem in Nordamerika mit der Sparte Winthrop aktiv. Ab 2011 wurde beide Marken sukzessive zusammengelegt.

In den ersten neun Monaten erlöste der Geschäftsbereich knapp 1,4 Milliarden Euro, davon entfielen 610 Millionen Euro auf Europa, 576 Millionen Euro auf Schwellenländer sowie 132 Millionen Euro auf die USA und 68 Millionen Euro auf sonstige Märkte.

Das Europageschäft soll nun verkauft werden. Sanofi sucht einen Interessenten, der den Bereich zu nachhaltigem Wachstum führt. Dies war bereits in der Strategie 2020 angekündigt worden. In anderen Märkten will Sanofi dabei bleiben.

Hierzulande war Zentiva zuletzt das Sorgenkind von Sanofi. Schnelldreher wie Novaminsulfon oder L-Thyroxin waren monatelang defekt. Bei einer Umfrage von APOSCOPE, dem Apothekenpanel von APOTHEKE ADHOC, landete Zentiva auf Rang 2 unter den am meisten mit Lieferausfällen nervenden Herstellern. 20 Prozent fanden, dass die Sanofi-Tochter die größten Lieferprobleme hat.

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