Mundspüllösungen: Warentest zieht durchwachsendes Fazit

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Berlin - Das tägliche Zähneputzen sollte optimaler Weise um Zahnseide und Mundspüllösungen ergänzt werden. Das Benutzen von Listerine & Co. soll zum einen Mundgeruch entgegenwirken, zum anderen sollen die Produkte Plaque und Gingivitis vorbeugen. Stiftung Warentest hat mehrere Produkte getestet, auch Vertreter aus der Apotheke waren mit dabei. Besonders gut abgeschnitten haben die Eigenmarken der Super- und Drogeriemärkte.

Getestet wurden 20 Produkte – 13 anwendungsfertige Mundspüllösungen und sieben Mundwässer. Letztere müssen vor der Anwendung noch verdünnt werden. Die untersuchten Mundwässer erhielten allesamt keine guten Ergebnisse. Der Grund: Sie weisen keine ausreichende Kariesprophylaxe vor. Das liegt daran, dass der benötigte Fluoridwert in den Konzentraten nach europäischer Kosmetikverordnung nicht erlaubt ist. Nach dem Verdünnen sind die Fluorid-Konzentrationen bei allen Produkten zu gering.

Alkohol, Zink, Fluorid – genau hinschauen lohnt sich

Produkte mit Alkohol eignen sich nur bedingt zur Anwendung bei Kindern. Auch Schwangere und Alkoholiker sollten auf Mundspüllösungen mit Ethanol verzichten. Auch beim Zink muss klar sein, wer der Anwender ist. Kinder und Heranwachsende sollten auf Produkte ohne Zink zurückgreifen. Zu viel Zink kann dem Organismus auch schaden und das Immunsystem schlussendlich schwächen, so Warentest. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät von der Anwendung bei Kindern ab. Warentest fordert einen entsprechenden Warnhinweis auf den Umverpackungen. Betroffen waren folgende Produkte: Listerine Total Care, Odol-med3, Alterra (Rossmann), Parodontax und das Mundwasser Odol. Fluorid ist ein wirksamer Stoff zur Kariesprophylaxe. Mittel, die kein Fluorid enthalten, wurden von Warentest direkt abgewertet.

Die ersten drei Plätze gingen an Produkte aus Supermärkten. Erst auf dem vierten Platz folgt ein Drogerie-Produkt. Als Apothekenvertreter waren die Elmex Kariesschutz Zahnspülung, die Salbei Mundspülung von Dr. Hauschka und das Weleda Ratanhia-Mundwasser-Konzentrat mit dabei. Elmex erhält das Gesamturteil gut. Ledigliche die Nutzerfreundlichkeit der Verpackung erhält ein „befriedigend“. Durchgefallen hingegen sind Dr. Hauschka und Weleda. Die fertige Mundspüllösung von Dr. Hauschka weist mehrere Deklarationsmängel auf. Die angegebene vorbeugende Wirkung gegen Plaque und Zahnfleischentzündungen kann laut Warentest mit der enthaltenen Konzentration und Kombination der Wirkstoffe nicht erreicht werden. Mit 2,92 Euro pro 100 ml ist das Produkt das Teuerste unter den gebrauchsfertigen Lösungen.

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