Grüne wollen Versandhandel beschränken

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Berlin - Die Grünen wollen den Versandhandel regulieren, um einem Aussterben der Innenstädte entgegenzuwirken. Die „Marktmacht des Warenverkaufs über das Internet“ müsse zumindest begrenzt werden, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt nach einer zweitägigen Klausur der Grünen-Bundestagsabgeordneten in Berlin.

Der klassische Handel sei inzwischen so stark ins Hintertreffen geraten, „dass wir finden, hier muss Regulierung hergestellt werden“. Dazu könne das Bundeskartellamt beitragen, aber auch eine Digitalsteuer. Göring-Eckardt sprach sich für einen „Innenstadtgipfel“ mit dem Ziel aus, die Zentren der Städte wieder attraktiver zu machen. „Wenn das Orte der Leere oder der Depression werden, dann bedeutet das – glaube ich – auch was für die Entwicklung insgesamt.“

Auch im Juli verzeichnete der Internet- und Versandhandel das stärkste Umsatzplus: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, lag das Plus bereinigt um Preiserhöhungen (real) bei 15,6 Prozent. Durch die Corona-Krise hatte der Versandhandel einen Schub bekommen.

Allerdings arbeitet sich auch der Einzelhandel weiter aus dem Corona-Tief. Im Juli stieg der Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat real um 4,2 Prozent, nominal gab es ein Plus von 5,6 Prozent. Gegenüber dem Vormonat verringerte sich der Einzelhandelsumsatz im Juli insgesamt um real 0,9 Prozent. Im Vergleich zum Februar, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz real um 0,9 Prozent höher.

Die Erlöse mit Einrichtung, Haushaltsgeräten und Baubedarf (plus 12,9 Prozent) sowie mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren (plus 4,2 Prozent) legten gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Der Modehandel leidet dagegen weiter unter den Folgen der Corona-Krise: Die Geschäfte mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren verringerten sich um 8,0 Prozent. Der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, worunter Waren- und Kaufhäuser fallen, verzeichnete Einbußen von 14,5 Prozent.

Die Branche sieht sich auch noch nicht über den Berg: Die Corona-Krise werde den Handelsunternehmen abseits des Lebensmittelhandels voraussichtlich Umsatzeinbußen von 40 Milliarden Euro bescheren, sagte der Präsident des Branchenverbands HDE, Josef Sanktjohanser. Viele Bekleidungshändler durchlebten weiter schwere Zeiten.

 

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