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Gesunde Schokolade für Apotheken Carolin Ciulli, 22.09.2018 08:49 Uhr

Berlin - Süßigkeiten werden in jeder Apotheke verkauft. Bonbons, Fruchtriegel und Gummibärchen liegen meist in Kassennähe aus. Ein Berliner Fitness-Coach will mit der zuckerfreien Schokolade Keato einen Platz im Regal. Die vier Sorten sollen vor allem über Apotheken vertrieben werden, da sie die Gesundheit förderten. Die Firma wirbt mit gesundheitsfördernden Aussagen, die wettbewerbsrechtlich fragwürdig sind.

Die Schokolade wird derzeit über vier Berliner Apotheken vertrieben. Eine Tafel kostet knapp 5 Euro. Fitness-Coach Christian Müller bietet die Produkte an und hat mit seinem Team Verpackung und Marketingmaterialien entworfen. Die Gesundheitsaussagen auf der Broschüre haben es in sich: Das enthaltene Inulin wirkt laut Broschüre langfristig Osteoporose entgegen und fördert eine gesunde Darmflora. Kakao stärke das Herz-Kreislauf-System und fördere die Hauterneuerung. Stevia halte den Blutzucker-Spiegel unten und sei Blutdruck- und Blutzucker-senkend. Die Schokolade sei für Diabetiker geeignet.

Keato geht auf ketogene Ernährung, also der weitgehende Verzicht auf Kohlenhydraten, und das englische Wort eat für essen zurück. Müller suchte gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Matthias Seidel und im Gespräch mit Apotheken nach zuckerfreien Süßigkeiten. Der Hintergrund: Müller war beruflich und privat nach einer Krebserkrankung für das Thema gesunde sowie bewusste Ernährung sensibilisiert.

Die Wettbewerbszentrale sieht Werbung kritisch: „Einige der Aussagen sind nicht nach der Health-Claims-Verordnung zugelassen und damit nicht zulässig“, sagt Rechtsanwältin Hanna Gempp. Etwa, dass Kakao das Herz-Kreislauf-System stärke und die Konzentrationsfähigkeit fördere. Wenn behauptet werde, das Produkt sei gesund, müsse mindestens für einen Inhaltsstoff ein zugelassener Health-Claim angeben werden. „Vom Hersteller haben wir die Herleitung der gesundheitsbezogenen Aussagen erhalten“, sagt Müller. Selbst habe er sie nicht juristisch prüfen lassen.

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