Pharmagroßhandel

Gebündelte Kräfte Patrick Hollstein, 21.09.2009 11:26 Uhr

Berlin -

Auch wenn sich der Abstand zwischen den fünf Marktführern und den privaten Großhändlern seit der Übernahme von Kapferer durch Noweda und von der Linde durch Sanacorp vergrößert hat: Mit einem gemeinsamen Umsatz von 1,96 Milliarden Euro im Jahr 2008 und einem Marktanteil von 8,5 Prozent sind die Privaten eine ernst zu nehmende Größe im deutschen Pharmagroßhandel.

Zusammen beliefern die Unternehmen 6500 Kunden, also jede dritte Apotheke in Deutschland. In 16 Niederlassungen beschäftigen die zehn Firmen knapp 1300 Vollzeitkräfte.

Größter privater Anbieter ist mit einem Umsatz von 610 Millionen Euro die Würzburger Unternehmensgruppe Ebert+Jacobi, zu der neben dem Stammhaus seit 1987 Spangropharm (Spangenberg) und seit 2007 Finze (Pfreimd) gehören. Seit 2004 ist Ebert+Jacobi außerdem am Baden-Badener Großhändler Holdermann beteiligt, der im vergangenen Jahr 180 Millionen Euro umsetzte.

Der Braunschweiger Großhändler Richard Kehr erwirtschaftete zuletzt 373 Millionen Euro; neben dem ursprünglichen Familienbetrieb gehört seit 2003 auch das Joint Venture Kehr Holdermann zur Firmengruppe, das nach der Wende von Holdermann in Dessau gegründet worden war.

In Norddeutschland stark vertreten ist mit vier Niederlassungen der Familienbetrieb Max Jenne, dessen Umsatz zuletzt bei 226 Millionen Euro lag. Die Aktivitäten der Familie reichten ursprünglich bis nach Dänemark. Nach dem Krieg behielt die Schwestergesellschaft trotz Besitzerwechsel gemäß dänischen Aktienrechts ihren ursprünglichen Namen bei. Seit 2006 ist Celesio Eigentümer von Max Jenne in Dänemark.

Ältestes Mitglied von Pharma Privat - und vermutlich ältester Pharmagroßhandel in Deutschland - ist das Koblenzer Unternehmen C. Krieger (Koblenz), das in seinem 206. Geschäftsjahr 216 Millionen Euro umsetzte.

Der Aachener Familienbetrieb Otto Geilenkirchen erwirtschaftete 190 Millionen Euro; an zwei Standorten beschäftigt das Unternehmen 250 Mitarbeiter. Erst im April hatte Geilenkirchen eine neue Logistikhalle eingeweiht und die Lagerkapazitäten vervierfacht.

Dem mit einem Umsatz von 165 Millionen Euro derzeit kleinsten vollversorgenden Pharmagroßhändler in Deutschland, Leopold Fiebig, eilt der Ruf des technisch modernsten Großhändlers in Europa voraus: 2006 hatte Fiebig sein Vertriebszentrum in Rheinstetten bei Karlsruhe komplett modernisieren lassen und eine High-Speed-Kommissionieranlage angeschafft.

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