„Wir bringen Millionen Neukunden in die Apotheke“

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Berlin - Erektionsstörungen sind nicht gerade die erste Indikation, an die man im Bereich der Homöopathie denkt. Doch neben Viagra, Cialis, Levitra & Co. hat sich Deseo bei den betroffenen Männern einen Namen gemacht. Beim Hersteller Dr. Fischer Gesundheitsprodukte aus München bricht man bewusst mit dem traditionell zurückhaltenden Image der Naturheilkunde – und findet, die Apotheken, aber auch die Wettbewerber sollten dankbar sein.

In der Branche wundert man sich seit einigen Jahren über den Erfolg des Newcomers. Nahrungsergänzungsmittel wie Yokebe und Lactostop, aber auch Homöopathika wie Deseo, Rubax, Revoten und Taumea haben es in vielen Apotheken erst ins Abholerregal und dann ins Generalalphabet oder sogar in die Sichtwahl geschafft. Der Hersteller hat sich seit seinem Start im Jahr 2009 nicht die Mühe gemacht, sich und sein Konzept gegenüber den Fachkreisen näher vorzustellen. Stattdessen haben die Münchener komplett auf eine Media-for-Revenue-Partnerschaft mit ProSiebenSat.1 gesetzt.

Der Erfolg gibt Firmenchef Dr. Clemens Fischer recht. Das Unternehmen kommt aktuell auf einen Jahresumsatz von 54 Millionen Euro auf Basis der Apothekenverkaufspreise (AVP). Fischer, seiner Zeit offenbar auch buchhalterisch immer eine Nasenlänge voraus, hat die 90 Millionen Euro für das laufende Kalenderjahr bereits fest eingepreist. Nicht berücksichtigt sind die Naturwohl-Produkte Lactostop und Yokebe, die Fischer an Dermapharm beziehungsweise Omega/Perrigo verkauft hat.

Auch wenn sich viele Apotheken von Herstellern, die im Fernsehen werben, überrumpelt fühlten – laut Fischer profitieren sie gerade von seinen Marken am stärksten. „Wenn statt eines bestehenden Präparats plötzlich ein anderes abgegeben wird, bringt das der Apotheke gar nichts. Wir gehen nicht in den Markt, um anderen Anbietern Packungen wegzunehmen. Wir bringen millionenfach Neukunden in die Apotheke.“

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