China

Korruptionsverdacht bei Glaxo

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Berlin -

Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) sieht sich in China mit dem Vorwurf der Bestechung konfrontiert. Medienberichten zufolge sollen 30 Mitarbeiter – darunter bis zu sechs Führungskräfte – unter Hausarrrest gestellt worden sein und ständig beobachtet werden. Dem chinesischen Ministerium für öffentliche Sicherheit zufolge haben die Verdächtigen gestanden.

Den GSK-Mitarbeitern werden vom Ministerium „schwere wirtschaftliche Bestechung und Steuerverbrechen“ vorgeworfen. Sie sollen Ärzte, Krankenhäuser, Beamte sowie Verbände unter anderem mit Geld, Reisen oder Abendessen bestochen haben. Auf diese Weise sollen sie versucht haben, den Absatz ihrer Präparate in China zu fördern und höhere Arzneimittelpreise zu erzielen.

Die GSK-Mitarbeiter hätten dabei mit einer Reiseagentur zusammengearbeitet, über die Rechnungen und Steuerbescheinigungen gefälscht worden seien, heißt es beim Ministerium. Demnach wurden sogar hochrangige Kräfte von GSK und der Reiseagentur verhaftet.

Bereits im Januar soll sich ein GSK-Mitarbeiter mit dem Vorwurf an die Geschäftsführung gewandt haben, dass zwischen 2004 und 2010 Ärzte bestochen wurden, um Präparate des Konzerns zu verordnen. Die Anschuldigungen führten demnach zu internen Ermittlungen, in denen laut GSK keine Beweise für Korruption oder Bestechung gefunden wurden.

Im Mai soll der Informant der Konzernleitung mitgeteilt haben, dass die Ärzte außerdem bestochen würden, um Botox zu verschreiben. Seit 2005 vertreibt GSK das Präparat des Herstellers Allergan in China und Japan.

GSK hat angekündigt, bei den Ermittlungen mit den chinesischen Behörden zu kooperieren. Man nehme alle Vorwürfe zu Bestechung und Korruption ernst. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, werde man umgehend handeln, heißt es bei GSK.

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