Absteiger #1

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Berlin - Deko, Schulung und Rabatt: Um in der Gunst der Apothekenteams zu stehen, betreibt die Industrie einen gehörigen Aufwand. Je nach Ausrichtung sind manche OTC-Hersteller eher bei den Inhabern beliebt, andere bei den PTA. Ein Ergebnis der heute erscheinenden „OTC-Marktanalyse 2018: So tickt das Apothekenteam“ von APOSCOPE ist aber eindeutig: Branchenprimus Bayer hat ein massives Problem in der Offizin.

Mit einem Umsatz von knapp 550 Millionen Euro (Apothekenverkaufspreise, AVP) ist Bayer die Nummer 1 unter den OTC-Herstellern in Deutschland, vor GlaxoSmithKline (GSK), Ratiopharm, Sanofi und Hexal. Doch der Konzern aus Leverkusen hat laut APOSCOPE-Studie einen schlechten Stand in den Apotheken: Fast jeder dritte Teilnehmer (32,2 Prozent) findet, dass sich Bayer im Vergleich zur Vergangenheit verschlechtert hat.

Insbesondere unter den Inhabern ist die Einschätzung geradezu verheerend: Mehr als jeder zweite Apothekenleiter (55 Prozent) sieht den Aspirin-Hersteller auf einem negativen Kurs; nur jeder Fünfte findet, dass der Konzern aktuell besser da steht als zuvor. Bei den PTA hat Bayer zwar ein etwas besseres Image; jeder dritte Teilnehmer aus dieser Berufsgruppe sieht sogar eine Verbesserung. Doch insgesamt schneidet kein Hersteller so schlecht ab wie die Nummer 1. Von den großen Herstellern werden nur noch Klosterfrau und Pfizer tendenziell eher negativ bewertet.

Von ungefähr kommt der Absturz nicht. Vor allem die seit Jahren andauernden Lieferausfälle – etwa bei Laif, Bepanthen und aktuell Aspirin complex – haben das Vertrauen in die Marke beim Fachpersonal in den Apotheken erschüttert. In puncto Lieferfähigkeit landet Bayer mit Abstand auf dem schlechtesten Platz. Befragt, welche Hersteller ihnen in diesem Zusammenhang besonders negativ in Erinnerung sind, nannten 62 Prozent der Inhaber spontan Bayer. Auch bei den PTA liegt der Konzern mit 24 Prozent an der Spitze.

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