Darm-Hirn-Achse: Kopf gegen Bauch

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Berlin - Der Darm ist neben der Verdauung auch an zahlreichen weiteren Stoffwechselvorgängen beteiligt. Immer mehr Studien bestätigen, dass das Mikrobiom im Darm Einfluss auf andere Erkrankungen, fern von gastrointestinalen Beschwerden, hat. Bakterienstämme im Darm scheinen Auswirkungen auf die Psyche zu haben. Das Organ wird auch „das zweite Gehirn" genannt.

Darmbakterien

Die Gesamtheit der Mikroorganismen die den Darm besiedeln werden unter dem Begriff Darmbakterien zusammengefasst. Sie sind Teil des Mikrobioms eines Menschen. Die beiden Begriffe werden häufig parallel verwendet, jedoch ist das Mikrobiom streng genommen die Gesamtheit aller Mikroorganismen (Hautflora, Scheidenflora, Mundflora). Die Bezeichnung „Flora“ beruht auf der früher vertretenen Auffassung, Bakterien gehörten zum Pflanzenreich. Heute bilden sie in der Systematik eine eigene Domäne.

Das Organ wird nicht nur von Bakterien, sondern auch von Archaeen und Eukaryoten besiedelt. Die Darmflora entwickelt sich innerhalb der ersten Lebensjahre, Neugeborene erfahren durch die Geburt die erste bakterielle Besiedlung des anfänglich „sterilen“ Verdauungstraktes. Anfangs ist die Besiedlungsdichte gering – mit steigendem Alter steigt auch die Vielfalt der Keime im Darm.

Die Nahrung beeinflusst die Entwicklung der Darmbakterien stark: Ob ein Kind gestillt wird oder Flaschennahrung bekommt, lässt sich an der Flora erkennen. Gestillte Kinder weisen hauptsächlich Bifidobakterien und Laktobazillen auf. Die von ihnen produzierte Milchsäure führt zu einer Ansäuerung des Darmmilieus – pathogene Bakterien können sich erschwert ansiedeln.

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