Großhandel soll Heime beliefern

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Dass der Großhandel die Petition gegen eine mögliche Direktbelieferung unterstützt, liegt an der vorgesehenen Honorarverteilung. Die Großhändler hätten keine finanziellen Vorteile, weil die Apothekerspanne komplett an die Heime gehen würde. Bei den Großhändlern bliebe nur der logistische Mehraufwand hängen.

Ob tatsächlich im Juli ein entsprechendes Gesetz kommt, ist mehr als fraglich, zumal viele Fragen offen sind: Zu klären wäre unter anderem, wie mit den Sozialversicherungen abgerechnet werden müsste, wer für die Lagerung der Medikamente in den Pflegeheimen verantwortlich wäre und wer in pharmazeutischen Fragen berät. Um die Apothekenpflicht zu umgehen, könnten die Pflegeheime im Arzneimittelgesetz neu eingestuft werden.

Kritik kam auch von der Opposition: Dagmar Belakowitsch-Jenewein von der Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ) sagte, dass es durch eine Direktbelieferung zu einer massiven Verschlechterung der Arzneimittelversorgung der Heimbewohner komme würde.

Die Zusammenarbeit mit den öffentlichen Apotheken habe bisher garantiert, dass rund um die Uhr schnelle Hilfe geleistet wurde, eine umfangreiche Beratung erfolgte und für die individuellen Bedürfnisse der Patienten maßgeschneiderte Arzneimittel angefertigt werden konnten. Die FPÖ fordert Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) deswegen auf, keine Änderungen in diesem Bereich vorzunehmen.

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